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May 20, 2005
9:29 PM
by Anonymous
==oh 87
ein artikel aus den verdener nachrichten vom 20.05.2005:
Tolle Erinnerung an eine tolle Zeit
Verdener Punkrockband OH 87 aus den Siebzigern erlebt kleines Revival / Best-Of-Platten im Handel
Von unserer Mitarbeiterin
Katharina Fuhrin
VERDEN. Günther Laue ist ein Messie, wie er selbst von sich sagt. Er hat das Problem, einfach nichts wegschmeißen zu können. Auch nicht die alten Kassetten, die er vor gut 20 Jahren mit seiner Jugendband bespielt hatte. Zum Glück - denn "OH 87" erlebt dank Laues Trennungsphobie und Holger Wieses Hang zu nostalgischem Punk jetzt ein kleines Revival. Aber mal von vorne.Vier Jungs, eine Schule und jede Menge "Dinosaurierrock" im Radio. "Das konnte man einfach nicht mehr hören", erzählt Günther Laue. Als dann Ende der 70-er Jahre die Sex Pistols ins Programm kamen, "gab das ’nen richtigen Kick." Das ging nicht nur ihm so, sondern auch seinem besten Freund Thomas Gottmann und den beiden Mitschülern Michael Jänisch und Rüdiger Schmidt. Letztere kamen auf die Idee mit der eigenen Band. Die "Offensive Herbst 78", kurz OH 78 war geboren. "Wir kannten vielleicht drei Akkorde. Aber für den Anfang hat das gereicht", erinnert sich Günther Laue an damals. So wurden in den folgenden Wochen im Übungsraum des Gymnasiums am Wall drei Akkorde in immer wieder neuen Kombinationen und Rhythmen zusammen gestellt. "Immer mal, wenn ein paar Stunden ausgefallen sind, haben wir geprobt. Manchmal auch, wenn nichts ausgefallen ist", schmunzelt Laue. Michael Jänisch ("Micha") an der Gitarre, Rüdiger Schmidt ("Schmiddi") am Schlagzeug, Thomas Gottmann ("Tom") am Bass und Laue als Sänger. "Ich konnte damals noch überhaupt kein Instrument spielen und die anderen haben sich nicht ans Mikro getraut."Der erste Auftritt fand ein Jahr später im GaW anlässlich einer Abschlussfeier statt, der zweite in einem evangelischem Hospital in Lilienthal. Die Anzahl der bekannten Akkorde hatte sich mittlerweile erhöht, allerdings hatten die Jungs noch keine eigenen Sachen im Programm. "Wir coverten vor allem amerikanischen Gitarrenrock wie Tom Petty." Schon damals aber eher punkig. Später fingen die vier an, Gedichte wie die des Underground-Poeten Kiev Stringl zu vertonen und irgendwann wurden dann auch die Texte selbst geschrieben. Damit ging es auf die ersten Festivals. In Cloppenburg (wo auch Campino mit seiner damaligen Band ZK auftrat) wurden sie dann von dem Produzenten Karl Walterbach gesehen, der gerade an dem Deutschland-Sampler "Der Untergang" arbeitete. "Wir durften auch zwei Stücke einspielen, von dem eins auf der Platte gelandet ist." Bis heute gehört "Der Untergang" zu den bekanntesten Punk-Samplern. Trotz dieser ersten Erfolge stieg Tom kurz darauf aus der Band aus. "Er orientierte sich mehr zum Hardcore Punk. Das war nicht so unser Ding." Ohne Tom war OH 78 nun aber einfach nicht mehr OH 78, sondern wurde kurzum zu OH 87. "Sehr kreativ", kommentiert Laue heute den Namenswechsel.1981 wurde unter neuem Namen die erste Single auf Platte gepresst. Es folgten mehrere Projekte mit anderen Verdener Bands - bei denen auch ein neuer Sänger gefunden wurde: Wolfgang Panning. "Wolfgang war ein echtes Organisationstalent, der für uns die Touren nach Süddeutschland geplant hat", erzählt Laue, der den Bass übernahm. Mit dem geliehenen Bulli ging’s los, gespielt wurde für Essen und Benzin. "Ohne Gage wären wir nicht nach Hause gekommen." Bald kam die nächste personelle Veränderung: Micha verließ die Band, Laue konnte Tom zum Wiedereinstieg bewegen. Die Endbesetzung. Es folgten weitere Studioaufnahmen und Konzerttouren."Aber irgendwann war Schluss." Das war 1983. Laue und Co. beschlossen aufzuhören. Schmiddi und Micha machten noch eine Zeit weiter bei den "Kastrierten Philosophen". Heute ist Laue der einzige, der noch Musik macht. Doch seit dem Jahr 2002 leben die alten Zeiten nun wieder auf. Holger Wiese, Produzent mit eigenem Plattenlabel, hatte OH 87 zufällig gehört und kam auf die Idee einer Best-Of-Platte. Genug Material fand sich auf den Singles, auf Cassetten und bei Mitschnitten von Konzerten. "Ehe die Platte fertig war, dauerte es aber eine ganze Weile", erzählt Laue. Schließlich hätten sich die ehemaligen Mitglieder von Hamburg bis nach Ulm verteilt. Die neue Platte ist jetzt auf dem Markt, in Verden gibt es sie bei "Tonwellen". Aber außer in Deutschland gibt es OH 87 auch in Frankreich oder Japan. "Man weiß nie, wo man landet." Günther Laue spricht aus Erfahrung. Ein Exemplar der allerersten Single hatte ein Freund in einem New Yorker Plattenladen gefunden. "Das war ein tolles Gefühl." Ein weiteres Revival - unter OH 05 vielleicht - ist aber nicht geplant und wird es wohl auch nicht geben. Tom hat inzwischen fünf Kinder, Micha mit seinem Verdener Pflegedienst alle Hände voll zu tun, Wolfgang ist Bauzeichner und Schmiddi arbeitet als Innenarchitekt. Laue ist verheiratet und arbeitet als Arbeitspädagoge. "Die Platte ist einfach eine tolle Erinnerung an eine tolle Zeit."
hier gibt es die platte von oh 87 und noch ein paar andere platten aus der zeit und aus der gegend: phonomenal