wipo ss09
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Jul 7, 2009
3:38 PM
by Anonymous
(1) Erläutern Sie die Begriffe Konsumenten- und Politikersouveränität. Welche Rolle spielen sie in plan- und marktwirtschaftlichen Lenkungssystemen?
Antwort:
Konsumentensouveränität:
Politikersouveränität:
Fazit:
Konsumentensouveränität == eher freie Marktwirtschaft
Politikersouveränität == fast ausschließlich in der Planwirtschaft
(2) Welche Funktionen erfüllen Preise?
Antwort:
Informationsfunktion: zeigt die Bedürfnisse der Konsumenten
Anreizfunktion: Orientierung der Produzenten an den Konsumenten
Allokationsfunktion: optimale Zuteilung der Ressourcen ("produziere Gut A oder Gut B?")
Kontrolfunktion: beantwortet die Frage, ob Ressourcen optimal genutzt werden. (nur in der freien Marktwirtschaft!)
(3) Erläutern Sie den Begriff der Opportunitätskosten.
Antwort:
Opportunitätskosten sind entgangene Erträge oder Nutzen, die sich bei der nächstbesten Verwendung eines Gutes/Produktionsfaktors ergeben hätten.
Die Transformationskurve gibt das Verhältnis der Opportunitätskosten zweier Güten an.
(4) F.A.v. Hayek hat den Begriff "Wettbewerb als Entdeckungsverfahren" geprägt. Was ist damit gemeint und warum mußten aus dieser Sicht planwirtschaftliche Lenkungssysteme zwangsläufig scheitern?
Antwort:
statische Effizienz:
dynamische Effizienz:
(5) Ein zentraler Leitsatz in den Wirtschaftswissenschaften lautet: "Menschen folgen ihren Interessen". Leiten sie daraus weitere drei Aussagen ab, die für die volkswirtschaftliche Analyse von Bedeutung sind.
Antwort:
(6) Unterscheiden Sie die Begriffe "methodologischer Kollektivismus" und "methodologischer Individualismus".
Antwort:
methodologischer Kollektivismus:
methodologischer Individualismus:
(7) Warum kommen in der "realen Welt" im Gegensatz zur Modellwelt nur unvollständige Vertretungsverträge zwischen Prinzipal und Agent zustande?
Antwort:
(8) "Verbände sind Kinder des Interventionismus". Was ist damit gemeint und wie beurteilen Sie die Rolle der Verbände?
Antwort:
(9) Woraus leitet Karl Marx die Verelendung der Arbeiterklasse ab?
Antwort:
(10) Welche Arten von Rechten und Transaktionskosten gibt es in der Institutionenökonomik und in welchem Zusammenhang stehen Sie?
Antwort:
(11) Wie werden Preise in der sozialistischen Planwirtschaft, wie in der Marktwirtschaft gebildet?
Antwort:
freie Marktwirtschaft:
Planwirtschaft:
(12) Wie beurteilen Sie die These, dass die derzeit hohe Arbeitslosigkeit mit dem technischen Fortschritt zu begründen ist.
Antwort:
Die Frage muss differenziert betrachtet werden.
Dtld hat sich vom Industrieland zu einem Hochtechnologieland gewandelt, viele Arbeitnehmer wurden nicht adäquat der Anforderungen umgeschult.
Viele Stellen, die höhere Qualifikationen voraussetzen, können nicht besetzt werden.
Begünstigend kommt die Liberalisierung der EU Märkte hinzu, billigere Arbeitskräfte können ohne großen Hürden im EU Ausland arbeiten und damit
die Lohnstrukturen verzerren.
Aus internationaler Sicht ist nicht der techn Fortschritt ausschlaggebend, sondern der Abfluss der Arbeitskraft in Länder, deren Löhne unschlagbar unter
durchschnittlichen EU Löhnen liegen (China, Taiwan...). Es ist also eher eine Verlagerung die Ursache.
(13) Gehen Sie auf Probleme der sozialistischen Preisbildung ein. Was bedeutet in diesem Zusammenhang "Zurückgestaute Inflation"?
Antwort:
(14) Wie kam es zu "Versteckter Arbeitslosigkeit" und wie zu "Konjunkturzyklen" in sozialistischen Planswirtschaften?
Antwort:
(15) Was bedeutet Schocktherapie versus Gradualismus?
Antwort:
(16) Vergleichen Sie die Preistheorie der Klassiker (Arbeitswerttheorie) mit der Preistheorie der Grenznutzenschule.
Antwort:
(17) Welche Reaktionen sind auf die Einführung von Höchstpreisen zu erwarten?
Antwort:
(18) Welche Reaktionen sind auf die Einführung von Mindestpreisen zu erwarten?
Antwort:
(19) Was besagt das Marktkonformitätskriterium für staatliche Eingriffe in Märkte?
Antwort:
Nach dem Kriterium der Marktkonformität sind staatliche Eingriffe erlaubt, wenn sie sich in die Marktkoordination einordnen.
Konsequenzen:
- Preise sorgen weiterhin für den Ausgleich von Angebot und Nachfrage
- Nicht Subventionierung von Gütern, sondern von Individuen (Kaufkraftverschiebung über Steuern)
Vorteile:
- Keine Verschwendung subventionierter Produkte (Mitnahmeeffekte)
- Geeignetes Anreizsystem lässt Angebot steigen
Nachteil:
- Subjektsubventionierung verändert Anreize beim Leistungsempfänger
(20) Erläutern Sie asymmetrische Information vor Vertragsabschluss (adverse Selektion). Nennen Sie ein Beispiel für Marktversagen aufgrund adverser Selektion.
Antwort:
- Asymmetrische Verteilung von Information über Qualitätseigenschaften kann dazu führen, dass Tauschaktionen unterbleiben
- adverse Selecetion: vor Vertragsabschluss
- Der Verkäufer ist besser über die Qualität eines Produktes informiert als der Käufer
- Wegen der Unsicherheit können die Nachfrager den Güterpreis als Qualitätsindikator interpretieren
- Ein hoher (niedriger) Preis wäre ein Indikator für eine im Durchschnitt gute (schlechte) Produktqualität
- Käufer können keinen Unterschied zwischen guten und schlechten Angeboten herausfinden -> sie bilden einen Erwartungswert für die Qualität und leiten daraus den Preis,
(21) Erläutern Sie asymmetrische Information nach Vertragsabschluss (Moral Hazard). Nennen Sie ein Beispiel für Marktversagen aufgrund von Moral Hazard.
Antwort:
Moral Hazard (Moralisches Risiko) bezeichnet das Risiko eines (unmoralischen) Verhaltens, wenn eine Person, die etwas Negatives (Hazard) verursacht, nicht die vollen Konsequenzen tragen muss, oder sogar profitiert.
- Moral Hazard: nach Vertragsabschluss
- es entsteht, wenn es einen Widerspruch zwischen dem, was für die Allgemeinheit vernünftig ist (Kollektivrationalität), und dem, was für das Individuum vernünftig ist (Individualrationalität), gibt
- das Individuum kann bspw. auf Kosten des Kollektivs ein höheres Risiko eingehen, weil es im Schadensfall Hilfe bekommt und durch das höhere Risiko eventuell einen höheren Nutzen realisieren kann
- Beispiel: wichtige große Unternehmen ("Too big to fail")
(22) Erläutern Sie das politische Entscheidungsdilemma "Too big to fail" und "Moral Hazard" in der derzeitigen Finanzmarktkrise.
Antwort:
- Im Abschwung hat der Bankrott von großen Unternehmen und insbesondere Finanzinstituten erhebliche Ansteckungseffekte
- Die "Systemrelevanz" großer Spieler ("too big to fail") macht Rettungsaktionen durch den Steuerzahler wahrscheinlich
- Wenn Unternehmen/Banken/Länder diese Rettungsaktionen antizipieren, tendieren diese zu höheren Risiken
- Im "Schadensfall" werden Kosten sozialisiert, während die vorangegangenen Profite privatisiert wurden (Prinzipal-Agent)
- Kollektiv: Steuerzahler, Individuum: Unternehmen, beide verfolgen unterschiedliche Rationalitäten
- die Unternehmen gehen hohe Risiken ein, um noch mehr Gewinne zu machen -> im Notfall rettet sie der Steuerzahler
- die Steuerzahler als Kollektiv wollen sichere Arbeitsplätze und wirklich nur im äußersten Notfall (Bspw. wenn es nicht Eigenverschulden war) helfen
(23) Wie konstruiert die Wirtschaftstheorie volkswirtschaftliche Modelle? Welches sind die Vorteile? Welches die Nachteile? Was bedeutet "ceteris paribus"?
Antwort:
- Modelle bilden Teile der Wirklichkeit ab, es werden (Modell-)Annahmen festgelegt
- Eine wirtschaftspolitische Schlussfolgerung auf der Basis von Modellen kann nur unter Berücksichtigung der Annahmen gezogen werden
Vorteile:
- Übersichtlichkeit
- erlaubt Erklärungen und Prognosen
Nachteil:
- vereinfachende Modellannahmen, die Faktoren außerhalb des Modellrahmens konstant setzen (ceteris paribus-Klausel) -> Anwendbarkeit nur unter Berücksichtigung der Annahmen
ceteris paribus-Klausel: Unter sonst gleichen Bedingungen (In einem Experiment wird immer nur eine Einflussgröße verändert, während alle anderen konstant gehalten werden, um genau deren Einfluss bestimmen zu können)
(24) Erläutern Sie die zentralen Aussagen von Ricardos "Theorem der komparativen Kostenvorteile"?
Antwort:
(25) Was war die wirtschaftspolitische Implikation der Ricardianischen Theorie zur Zeit Ricardos und was ist sie heute?
→ Steigerung der Wohlfahrt einer Nation
→ somit intensivere Arbeitsteilung möglich
(26) Was versteht man unter "Laissez faire" und "Manchesterkapitalismus"?
Antwort:
Laissez faire et laissez passer:
- "Lasst sie machen und lasst sie passieren"
- Gewerbefreiheit und Freihandel
- Freiräume für private Eigeninitiative
- Rolle des Staates auf das Notwendigste beschränken
Manchesterkapitalismus:
- bezeichnet die massiven sozialen Schieflagen in England während der industriellen Revolution
zahlreiche Missstände im "wilden Kapitalismus":
- Kinderarbeit
- lange Arbeitszeiten
- Hungerlöhne
- hohes Unfallrisiko
(27) Welche handelspolitische Strategie dominierte in der merkantilistischen Epoche?
Antwort:
Merkantilismus:
- fürsorglicher und kontrollierender Staat (Manufakturen)
- Protektionismus
- Exporte aktiv fördern, Importe durch Zölle hemmen
- Außenhandel = Nullsummenspiel, d.h. der eine gewinnt, was der andere verliert
(28) Leiten Sie das makroökonomische Gleichgewicht für die geschlossene und die offene Volkswirtschaft ab.
(29) Wie hat sich die Wiedervereinigung Deutschlands auf die Kapital- und Leistungsbilanz des Landes ausgewirkt? Wie war die Situation vor der Finanzmarktkrise?
Antwort:
Wiedervereinigung:
- Änderung von negativer zu positiver Kapitalbilanz (positiv -> Kapital-Ex < Kapital-Im)
- Änderung von positiver zu negativer Leistungsbilanz (negativ -> Ex < Im)
vor Finanzmarktkrise:
- Änderung von positiver zu negativer Kapitalbilanz im Jahr 2002 (negativ -> Kapital-Ex > Kapital-Im)
- danach fallend bis zur Finanzmarktkrise
- Änderung von negativer zu positiver Leistungsbilanz im Jahr 2002 (positiv -> Ex > Im)
- danach ansteigend bis zur Finanzmarktkrise
(30) Leiten Sie aus dem Ursache-Wirkungszusammenhang zwischen Geldmenge und Preisen ein Ziel-Mittel-Kalkül für die Geldpolitik ab.
Antwort:
Ursache-Wirkung:
- Ursache: ist die Änderung der Geldmenge (∆M/M) größer (kleiner) als die Änderung des Outputs (∆Y/Y)
- Wirkung: dann verändert sich der Geldwert größer (kleiner) 0
Mittel-Ziel:
- Mittel: Das Wachstum der Geldmenge M soll sich am Leistungsstrom Y orientieren (∆M/M = ∆Y/Y)
- Ziel: um den Geldwert stabil zu halten
(31) Welche Ziel-Mittel Kalküle bieten die neoklassische und die keynesianische Sichtweise zur Beseitigung von Unterbeschäftigung an.
Antwort:
keynesianisch: Reduktion der Steuerbelastung von Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit (t_ar), besonders im unteren Einkommensdrittel (wegen hoher Konsumneigung):
t_ar -> Konsum steigt -> Kapazitätsauslastung steigt -> Investition steigt -> Beschäftigung steigt
neoklassisch: Reduktion der Steuerbelastung von Unternehmensgewinnen (t_u sinkt):
t_u sinkt -> Gewinn steigt -> Investition steigt -> Beschäftigung steigt
(32) Welche Wirtschaftspolitische Strategie würden die Klassiker, welche die Keynesianer in der Rezession empfehlen?
Antwort:
Keynesianer:
- Rezession: Abschwung -> Arbeitslosigkeit steigt -> Verbraucher ängstlich, sparen statt konsumieren -> Nachfrage fehlt -> Preismechanismus kann das Gleichgewicht nicht mehr wiederherstellen
- Staat soll fiskalpolitische Maßnahmen ergreifen (mittels Rücklagen(in guten Zeiten Geld sparen) oder Kreditaufnahme finanziert)
- Zentralbank soll dies geldpolitisch unterstützen
- eine geeignete Maßnahme wäre antizyklisches Gegensteuern des Staates (antizyklische Geld- und Finanzpolitik) -> staatliche Nachfrage -> Multiplikatoreffekt (der staatliche Impuls soll ein Vielfaches an privaten Ausgaben anstoßen)
Klassiker:
- keine staatlichen Interventionen
- vertrauen auf die Selbstheilungskräfte des Marktes
(33) Welche Rolle spielt die Produktivität für den Wohlstand von Nationen? Vergleichen Sie Industrie- und Entwicklungsländer.
Antwort:
Ausgangspunkt sind die variablen Faktoren der Produktion (Kapital und Produktivität).
Produktivität ist für ein qualitatives Wachstum nötig. Höhere industr. Produktivität hat höheren Output zur Folge. Dies resultiert in steigenden Löhnen (hohes Lohnniveau).
Zwischen dem Instrie- und Dienstleistungssektor finden Arbitragebewegungen statt, das Lohnniveau aller steigt an.
International sind Arbitragebewegungen kaum vorhanden.
Weiterhin ist der Produktionsfaktor Kapital in Entsicklungsländern weitaus weniger variabel als in Industrieländern. Auch dies trägt zum Wohlstandsunterschied bei.
(34) Welche Rolle spielen Kapitalmärkte für das Wachstum in geschlossenen und offenen Volkswirtschaften?
Antwort: (unsicher)
wichtige Sparer sind Haushalte (Konsumverzicht zu gunsten sparen). Unternehmungen haben oft kein (oder nicht ausreichendes Eigenkapital). Deswegen wird Kapital nachgefrat
um Investitionen tätigen zu können. Der Zins ist dabei als Gleichgewicht zwischen Kpaitalangebot und Kpaitalnachfrage zu verstehen. Steigt das Angebot, sinkt der Zins. Sinkt das Angebot steigt der Zins.
Wird viel gespart (Zins niedrig), rentieren sich unternehmerische Projekte eher, Unternehmen fragen dann noch mehr Kapital nach. Wird der Kapitalkbedarf nicht gedeckt,
muss Kapital aus dem Ausland beschafft werden. Dies ist in geschlossenen VW nicht möglich. Daher bleiben Investitionsprojekte aus, ein Wachstum bleibt aus.
(35) Wie sahen die Klassiker und wie Keynes die Rolle des Sparens für das Wachstum?
Antwort:
- zum nachhaltigen Wachstum sind positive Nettoinvestitionen nötig
- Kapitalangebot kommt vom Finanzmarkt, Sparer sind Kapitalgeber
- Zins ist Ausgleichsmechanismus zwischen Kapitalangebot und -nachfrage.
Klassiker:
- wenn gespart wird, wird weniger Konsumgüternachfrage generiert (sparen statt konsumieren)
- es entsteht eine Lücke, die nur mit Investitionen gefüllt werden kann
Keynes:
- Keynes fasst den Zins als Faktor auf, der Investitionen beeinflusst
- Sparen ist eine Funktion des EInkommens
- steigt das Einkommen, so steigt der Konsum nicht in gleichem Maß!
- WIPO muss die Investitionen so steuern, dass Nachfrage stabil bleibt, allein die Geldpolitik reicht dafür nicht aus.
- eine VW muss in konjukturell guten Zeiten sparen um in konj. schlechten Zeiten investieren zu können.
(36) Erläutern Sie den Begriff der "non-competing groups". Welche Bedeutung hat er für international divergierende Lohnentwicklungen?
Antwort:
- Ausgangspunkt: Angleichung internationales Lohngefüge findet nicht statt (keine Arbitragebewegungen)
- non-competing-groups: Konkurrenz bzgl Lohn findet nur in den selben Arbeitszweigen statt; kurzfristig bedingen sich diese Löhne NICHT untereinander.
Erst durch Arbitragebewegungen kommt eine Angleichung der Löhne statt
- international:internationale Verträge (Aufenthaltsgenehmigungen, Arbeitsgenehmigungen..) verhindern die freie Bewegung von Arbeiutskraft.
Es kommt zu keiner oder marginaler Konkurrenz bei der Lohnentwicklung auf internationaler Ebene.
(37) Was meinte Böhm-Bawerk mit der Mehrergiebigkeit von Produktionsumwegen? Wie können diese erreicht werden? Welche Vor- und Nachteile sind damit verbunden?
Antwort:
- über Investitionen (zb in F&E) lassen sich langfristig mehr Gewinne erzielen, auch wenn kurzfristig weniger Gewinne erreicht werden
- durch Innovationen (F&E Investition) produziert man in den Folgeperioden mehr oder bedient Kundenwünsche besser oder ershcließt Märkte neu.
- man "überholt" damit die Gewinne die ohne die Investition erreichbar gewesen wären
- Vorteile: Steigerung der langfristigen Erträge, Erhalt der Konkurrenzfähigkeit
- Nachteile: Risiko, daß keine Innovation||Verbesserung erzielt werden kann, also finanzieller Verlust entsteht
(38) Dynamische Unternehmer wurden selten in sozialistischen Volkswirtschaften beobachtet. Welche Rolle spielt das Umfeld bei der Entwicklung von Innovationen? Durch welche Eigenschaften sieht Schumpeter den dynamischen Unternehmer charakterisiert?
Antwort:
- Innovation ist unternehmerische Herausforderung (Neues wirtschaftlich erfolgreich zu verkaufen) mit höchstem Risiko, die jedoch außergewöhnliche Belohnung verspricht.
- Charakteristika: Freude am Schöpferischen, Schaffung von Neuem auch gegen gesell. Widerstand, Eingehen von finanz. Risiken
(39) Diskutieren Sie die These "Innovationen führen zu Arbeitslosigkeit"?
Antwort:
- Innovationen lassen Altes obsolet werden. Zerstörung von Altem setzt Ressourcen frei, d.h. Abbau klassischer Arbeitsplätze (schöpferische Zerstörung).
- Werden alte Ressourcen nicht freigesetzt werden Innovationen behindert
- ::>Kurzfristig mag die These wohl stimmen. Diese können jedoch zur Schaffung von Neuem genutzt werden.
- langfristig jedoch kommt es zum Strukturwandel, wobei neue Arbeitsplätze entstehen können. Dies setzt jedoch auch ausreichende Qualifikation der Ressourcen voraus. Dies liegt nicht zuletzt
auch im Verantwortungsbereich der Innovationsträger.
(40) Zeigen Sie grafisch wie eine Innovation im Industriesektor einen zusätzlichen Arbeitskräftebedarf im Servicesektor auslösen kann.
Antwort:
Vorlesung 6, F21!
(41) Erläutern Sie die Aussagen des Sayschen Theorems und leiten Sie Implikationen für die
Konjunkturpolitik ab.
Antowrt:
(a) jedes ANgebot schafft sich seine eigene Nachfrage: der Produktionsprozess löst Nachfrage aus (Arbeit, Maschinen, Rohstoffe), jede zusätzlich produz. Einheit erzeugt zusätzliche Nachfrage
(b) Geld ist neutral:es liegt wie ein Sc hleier über Tauschvorgängen (Naturaltausch);Änderungen der Geldmenge wirken sich nicht auf den Produktionspozreß aus; dies entspricht dem langfristigen Ziel der Geldpolitik
(c) Zinspsiel bringt Sparen und Investition zum Ausgleich: S=S(i) bzw. I=I(i) ::> S=I somit gilt: wenn S steigt, sinkt Zins, steigt Investition.
(d) Sparen ist nicht Ausfall, sondern Verlagerung der Kaufkraft: mehr sparen ermöglicht langfristig mehr Investitionen
(e) Sparen als Grundlage steigenden Wohlstandes: sparen begünstigt Verlängerung der Produktionsumwege (Investition in F&E) und fördert damit gesamtvw. Wohlfahrt
(f) Fehlunvestitionen haben langfristig keinen Effekt: "partielle Verstopfung" löst sich über Preis-)Lohnniveauänderungen wieder auf
Implikationen:
- in der Rezession sinken Löhne und Preise
- Ineffizienz bedeutet Marktausschluß
- freigesetzte Ressourcen ewrden in neuen Unternehmen eingesetzt
- effiziente Produktion & günstige Preise sind Basis für den AUfschwung
::> der Staat soll in Rezessionszeiten nicht eingreifen! sonst bleiben ineffiziente UNternehmen bestehen, diese binden Ressourcen die für den Fortschritt fehlen, Investitionen nehmen ab
::> die Märkte tendieren alleine zurück ins Gleichgewicht
(42) Wie erklären Hayek und Wicksell Konjunkturzyklen?
- Konjunkturzyklen nach W&H erklären sich durch Fehlentwicklungen und -entscheidungen im monetären Sektor (verzerrte relative Preise auf dem Kapitalmarkt)
- Diese werden durch Anpassungsprozesse bereinigt
- interner Zins (Rendite von Investitionsprojekten), Geldzins (Leitzins) und natürlicher Zins (Gleichgewichtszins bei I=S) sind Mittel der Konjunkturtreiber
- Geldzins und natürlicher Zins können auseinanderfallen, werden beide aneinander angeglichen kommt es zu Fehlinvestitionen, genau dann
- wenn Geldzins>interner Zins werden Investitionsprojekte unrentabel und werden abgebrochen. Dies leitet einen kummulativen Prozess nach unten ein!
Aufschwung:
- unternehmersiche Erwartung positiv::>höhere interne Verzinsung::>Geldzins müsste steigen
- sind Banken fähig, die Kapitalnachfrage zum bestehenden Zins zu decken ist I>S
- Nachfrage wird mit Geldschöpfung befriedigt (Zentralbankgeld) ::> kummulativer Prozess nach oben
Wendepunkt:
- gilt I>S, kommt es vermehrt zu Konsum. Nachfrage und Preis steigen::> signalisiert den Unternehmen jedoch falsche Gewinnmöglichkeiten ::> Aktienkurse steigen, es kommt zu "Blasenbildung"
- Notenbank hebt den Leitzins um den Preisanstieg zu stoppen
Abschwung:
- wird Leitzins angehoben werden Investitionen unrentabel, deren internerZins
- positive Erwartungen der Unternehmen relativieren sich ::> Aktienkurse fallen ::> Wachstum verlangsamt sich ::> kummulativer Prozess nach unten: S>I
(43) Welche wirtschaftspolitischen Implikationen haben die Konjunkturtheorien von Wicksell und
Hayek?
Antwort:
- Notenbank muss im Aufschwung die Verzerrung relativer Preise verhindern, also unrentable Produktionsumwege verhindern.
- Verbesserung der Informationslage über den Gleichgewichtszins und künftige Inflationsgefahr
- Vermeidung einer ausufernden Expasionspolitik
(44) Wie kann es bei Keynes dazu kommen, dass dauerhaft S>I gilt?
- Keynes begründet Konjunktur nicht mit Fehlentwicklungen sondern aus der Natur des Systems
- in VW ist die Nachfrage nicht so hoch wie das Produktionspotential, daher gilt dauerhaft S>I.
- Bei Knappheit gilt folglich S beachte:
- ohne übergeordnete staatliche Aktionen kann ein wirtsch. und gesell. Gleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt nicht realisiert werden
(45) Welche wirtschaftspolitische Implikationen wurden aus der keynesianischen Theorie
abgeleitet?
Antwort:
- staatliches deficit spending: fülle die Gesamtnachfrage von staatlicher Seite auf (aber: vrowding out und höhere Schuldenlast für künftige Generationen)
- Umverteilung von reichen Rentiers zu ärmeren (konsumfreudigeren) BevölkSchichten
- beggar-thy-neighbour-policy: Arbeitslosigkeit in andere VW auslagern (aber: konfiktionäre Sicht der internationalen Arbeitsteilung)
(46) Wie wirkt eine Ausweitung der Geldmenge kurz- und langfristig auf die Wirtschaft eines
Landes? Erklären Sie, warum bei einer Leitzinssenkung durch die Zentralbank oft die
Aktienkurse steigen.
Antowrt:
kurzfristige Wirkung der Ausweitung: Zins sinkt ::> mehr Konsum und mehr Investition
langfristige Wirkung der Ausweitung: steigende Preise (wegen höherer Nachfrage) und Inflation
- wird der Leitzins gesenkt, sinken die Finanzierungskosten der Unternehmen
- mehr Gewinne können eingefahren werden, dieses positive Signal macht sich an der Börse bemerkbar
- Leitzinssenkung heizt auch Konsum an, lässt die Geldmenge ansteigen, führt damit aber auch zur Abwertung der inländ Währung
- Exporte steigen und Importe nehmen ab, es kommt zum Kapitalabfluss!
(47) Welchen Zusammenhang geben die Phillipskurve und die modifizierte Phillipskurve an.
Antwort:
- originäre PhK: Zusammenhang zw Nominallohnsteigerungen und Arbeitslosigkeit (hohe ArbLoskeit -> geringe Lohnsteigerungen vice versa)
- modifizierte PhK: Zusammenhang zwischen Inflation und Beschäftigung (Besteht ein Zielkonflikt zw Geldwertstabilität und Beschäftigung? ..> JA
(48) Welche wirtschaftspolitische Empfehlung wurde aus der modifizierten Phillipskurve
abgeleitet. Wie beurteilen Sie diesen Ansatz?
Antwort:
- wenn Arbeitslosigkeit reduziert werden soll, muss eine höhere Inflation zugelassen werden und umgekehrt!
- Inflation ist gerade ein Treiber für wirtsch. Abschwung: steigt die Geldmenge schneller als das reale Sozialprodukt steigt auch das Preisniveau
- Preissteigerungen führen Lohnanstiegsforderungen sowie höhere Zinserwartungen (als INflationsaufgleich) nach sich
- Investitionen sind dann wieder rückläufiger
- die entstehende Unsicherheit und Volatilität ist hemmend.
- besser scheint daher: Geldwertstabilität
(49) Nennen Sie Gründe, die für Preisstabilität sprechen.
- optimale Ressourcenallokation (Preissignale werden nicht verzerrt)
- Sicherheit für Sparer und Gläubiger (Geld als Wertaufbewahrungsmittel ist sichergestellt), Flucht in ausländ. Währungen nicht nötig, höheres Kapitalangebot auf Markt, keine Fluct in Sachwerte, keine Risikozuschläge auf Zinsen
- psychologischer Effekt: Vertrauen in stabile Währung fördert mehr Investitionen, internationale Kapitalzuflüsse können gesichert werden
(50) Nennen Sie die Fishersche Verkehrsgleichung. Worin besteht ihre zentrale Aussage?
Antwort:
- M*V = P*Y
M: von der Zentralbank festgesetzte Geldmenge
V: Umlaufgeschwindigkeit des Geldes (kurzfristig ist V= const)
P: Preisniveau
Y: Output
- modelliert den Zusammenhang zw. Geldmenge, Geldnachfrage und Inflation
- Unter der Voraussetzung das V kurzfristig konstant bleibt, bleibt das Preisniveau stabil, wenn die Geldmenge entsprechend dem realen Sozialprodukt wächst:
∆M/M = ∆Yr/ Yr → Geldwertstbilität
∆M/M > ∆Yr/ Yr → Inflation
∆M/M < ∆Yr/ Yr → Deflation
(51) Warum ist die Unabhängigkeit der Zentralbank als eine wesentliche Voraussetzung stabilen
Geldes zu betrachten?
Antowtr:
- Unabhängigkeit stellt sicher, dass Politiker kurzfristige Wachstumsziele nicht über langfristiges Wachstum (also Preisstabilität) stellen
- Preisstabilität ist oberstes Ziel der EZB
- Staatsfinanzierung über INflation wird ausgeschlossen, EZB/dt. BdBank handelt autark und nutzt alle ihr zur Verfügung stehenden Informationen
::>populistische Entscheidungen werden ausgeschlossen
(52) Erläutern Sie den Zentralbanktypus der Bundesbank. Warum hat er sich in Europa als Modell
für die Europäische Zentralbank durchgesetzt?
- die Bundesbank ist eine von politischen Weisungen losgelöste Bank
- Preisniveaustabilität ist oberstes Ziel, alle anderen Ziele sind diesem untergeordnet und dürfen nur bei bestehender PNS verfolgt werden
- in den 50/60ern stand die Fiskalpolitik unter Dienst von Wachstum und niedriger ArbLoskeit (Keynes)
- 70er: expansive Geldpolitik kann Arbeitslosigkeit nur kurzfristig senken - langfristig steigt Inflation und ArbLoskeit
::> Einsicht, dass Fiskalpolitik langfristiges Wachstum sichern muss
- Dtld bestand in den EWU Verhandlungen massiv auf Beibehaltung des dt. Modells (Krönungstheorie)
(53) Was bedeutet 'Beggar-thy-neighbour'-Policy?
- Ausweitung der Geldmenge führt zur Abwertung und zur Stimulierung der Exporte auf Kosten des Auslandes
- Wirkunsgkette: M�↑ → i�↓ → i$ > i� →KapEx�↑ → N$↑, A�↑ → x�/1$↑ → EX�↑
- Geldmenge im Euroraum steigt → Zinssatz im Euroraum sinkt → Zinssatz im Euroraum ist kleiner als im Dollarraum → Kapitalexport vom Euroraum nimmt zu → Nachfrage nach Dollar und Angebot an Euros steigt → Wechselkurs des Euros zum Dollar steigt → Export aus dem Euroraum steigt
(54) Nennen Sie die Bestandteile der Zahlungsbilanz. Was bedeutet "Spiegelbildlichkeit" von
Leistungs- und Kapitalbilanz? Was sind "globale Ungleichgewichte"?
- Bestandteile:
- Spiegelbildlichkeit:
(55) Warum regiert die Kapitalbilanz die Handelsbilanz?
- "Die Kapitalbilanz regiert die Handelsbilanz." Wer Defizite oder
Überschüsse in der Handelsbilanz verhindern oder umkehren will, muß an der
Kapitalbilanz bzw. an den ökonomischen Variablen ansetzen, die auf die Kapitalbilanz
einwirken (Sparen, Investieren, Staatshaushalte, Geldpolitik).
Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage aggregiert sich aus Konsumnachfrage und Investitionsnachfrage, wobei die Investitionsnachfrage stark variieren kann, während die Konsumnachfrage verhältnismässig stabil ist. Dahinter stehen Investitionsentscheidungen, die wiederum von der Standortattraktivität abhängen. Der Kapitalbilanzsaldo reflektiert also die Summe der Investitionsentscheidungen.
Investitionenbeeinflussen in letzter Instanz auch die Handelsbilanz.
(56) Erklären Sie drei Arten von festen Wechselkurssystemen?
- tja wie man die Frage auch versteht, streng genommen ist nur eine: ja/nein Antwort zulässig.
- Currency Board: ein Land verpflichtet sich einseitig, die Inlandswährung zu einem festen Wechselkurs gegen eine bestimmte ausländische Währung umzutauschen, wobei die Beschränkung der Geldpolitik per Gesetz oder Verfassung festgelegt wird und somit eine Veränderung des Wechselkurses ausgeschlossen ist
- Wechselkurssicherung durch Intervention der Zentralbank am Devisenmarkt. Bei Aufwertungsdruck muss die Notenbank eigene Währung verkaufen und fremde Währung aufkaufen
- Währungsunion: Der Extremfall! (Euroraum)
- Bindung des Wechselkurses an eine Einzelwährung oder Währungskorb mit fester Parität (Leitkurs und Bandbreite): erlaubte Schwankung 1% um den Währungskorb, ansonsten Internvention der Notenbank
- Übernahme einer fremden Währung: bspw. Equador. ABlösung des Sucre durch den Dollar.
- crawling peg: der Wechselkurs wird in kleinen,regelmäßigen, vorher bekannt gegebenen Schritten durch die Notenbank angepasst. Als Kennzeichen kann dienen: Divergenz der Inflationsraten zwischen Inland und Ausland)
- adjusted peg: der Wechselkurs wird in kleinen, UNregelmäßigen, vorher bekannt gegebenen Schritten durch die Notenbakn angepasst.
(57) Zeigen Sie anhand von Wirkungsketten den Interventionsmechanismus bei festen
Wechselkursen.
- Steigende Geldemenge im Euroland:
M�↑ → i�↓ → iEE > i� →ExKap�↑ → NEE↑, A�↑ → xKronen/1� ↓
Intervention der estnischen Kapitalbank:
N�↑, AEE↑ → xKronen/1�↕ → Res�↑, MEE↑
::>Der feste Wechselkurs zwingt zur gleichgerichteten Geldpolitik
- Sinkende Geldmenge im Euroland:
M�↓ → i�↑ → iEE < i� →ImKap�↑ → N�↑, AEE↑ → xKronen/1� ↑
Intervention der estnischen Kapitalbank:
NAA↑, A�↑ → xKronen/1�↕ → Res�↓, MEE↓
(58) Werden die Grenzen zwischen einzelnen Ländern für Güter, Dienstleistungen, Kapital und
Arbeit durchlässiger, so verstärkt sich der Wettbewerb. Erläutern Sie die globalen und
nationalen Wohlfahrtseffekte.
international:
- die ANgebotspalette für Güter und DIenstleistungen verbreitert sich
- Konsequenzen für Anbieter: steigender Wettbewerb erhöht Anpassungsdruck, wettbewerbsfähige Anbieter steigern ihren Absatz; andere gehen konkurs, die Effizienz steigt.
- Konsequenzen für Nachfrager: sinkende Preise und steigende Qualität (seh ich persönlich nicht so ganz aber nugut);steigende Wohlfahrt
- freie Mobilität von Arbeitern ermöglicht bessere Auswahl ::> Effizienz steigt
- internationales Lohnniveau gleicht sich aus: in Hochlohnländern steigt der Konkurrenzdruck (Löhne sinken), in Niedriglohnländern wird Arbeit knapper (Löhne steigen)
- Zinsangleich zwischen Hochzins- und Niedrigzinsländern wg. Arbitragebewegung: effiziente Allokation von Kapital
national
- Lohnniveauveränderung (siehe oben): Hochlohnland (sinkende Löhne), Niedriglohnland (steigende Löhne)
- da höhere Renditen in Niedrigzinsländern: Zufluss von Kapital
- da niedrigere Renditen in Hochzinsländern: Abfluss von Kapital
- bisher als "gesund" geltende Unternehmen können sich als ineffizient herausstellen und bestehen nicht im Konkurrenzdruck (Konkurs)
(59) Eucken betrachtete die Schaffung der Wettbewerbsordnung als bewußte gestalterische
Aufgabe des Staates. Welche konstituierenden Prinzipien sieht Eucken vor?
- Euckens Prinzipien begründen eine Wirtschaftsordnung (vgl. dt. Wirtschaftswunder)
1) funktionierendes Preissystem und vollständige Konkurrenz als ordnungspolitisches Grundprinzip (Wettbewerbsfreiheit (vlg. A.Smith),zielt auf dynamische Effizienz ab)
2) Primat der Währungspolitik (effiziente Allokation und Vermeidung negativer Verteilungswirkungen [stabile Preise],Automatismus um Geldwertstabilität zu gewährleisten)
3) offene Märkte (national und international) (keine Zölle,Kosumentensouveränität)
4) Privateigentum (Profitprivatisierung ist Anreiz, Monopole können ausgenutzt werden, daher Märkte öffnen)
5) Vertragsfreiheit (bei Besitzt auch freie Entscheidungsgewalt darüber!)
6) Haftung (wer den Nutzen hat, muss den Schaden tragen. ABER: too big to fail. mangelnde negative Haftung führt zu Verschwendung)
7) Konstanz der Wirtschaftspolitik (Investition nur dann, wenn Gewinne prognostozierbar)
8) Zusammengehörigkeit der konstituierenden Prinzipien (nur alle Prinzipien sind in einer Einheit wirkungsvoll!)
(60) Welche regulierenden Prinzipen stellt Eucken den konstituierenden Prinzipien zur Seite?
- regulierende Prinzipien halten EUckens Wirtschaftsordnun (sozial) funktionsfähig.
1) Monopolamt (Korrektur von Fehlentwicklungen)
2) Einkommenspolitik (Reichtum und Armut stehen eng beieinander, es muss zum Ausgleich zw. beiden kommen)
3) Korrektur der Wirtschaftsrechnung bei negativen externen Effekten (Korrektur bei Umweltschäden,mangelnder Unfallschutz, Frauen-und Kinderarbeit)
4) Anormales Verhalten des Angebots (race to the bottom verhindern, Eucken sah auch hier ein Umverteilungsbedarf)
(61) Skizzieren Sie die zentralen ordnungspolitischen Entscheidungen im Zuge der Umwandlung
von Zentralverwaltungswirtschaften in Marktwirtschaften.
1) Ordnung durch Nomos (==Gesetzgebung): Konstruktion eines als ideal geltendes Gemeinwesens durch Verfassungs(Gesetz-)geber: Platon,Morus,Marx und Lenin
2) Ordnung durch Physis (==aus der Natur des Menschen heraus): Gemeinwesen wird nach naturrechtlichen Vorstellungen aufgebaut: Aristoteles (Unversehrtheit der Person,Recht auf Familie,Recht auf EIgentum)
3) trial and error (ökonomische Aspekte im Vordergrund): Interaktion von Individuen bildet die Grundlage der Gesellschaftsordnung (wie werden Interessen abgeglichen), keine Staatseingriffe (vgl. A.Smith), Wettbewerb als Entdeckungsverfahren (Hayek)
4) Wettbewerbsordnung als politische Aufgabe: Rahmenordnung durch den STaat (nach Eucken)
(62) Skizzieren Sie unterschiedliche Ordnungsprinzipen für Wirtschaft und Gesellschaft.
- Kapitalismus: Ursprung ist die industrielle Revolution, starker Produktivitätsschub und Zentralisierung der Produktion führte zu Hungerlöhnen und Verelendung
- Ursache: "laisser fair"
- Argumentation für einen Nachtwächterstaat: staatliche Eingriffe (Steuern o.ä.) gingen zulasten der Arbeiter, womit noch mehr ArbLosigkeit/Verelendung entstehen würde
- Marx erkannt den Ursache-Wirkungs-Zusammenhang: Die Verelendung führt zur Revolution der Arbeiterklasse ("Qualität statt Quantität")
- Kommunismus: Ursache der Verelendung ist das kapitalistische System an sich; Marx spricht vom genossenschaftlichen Eigentum; Proletariat steht nicht unter kapital. Gesetzmäßigkeiten;
- Kennzeichnung: vollständige Marktregulierung durch den Staat, keine freien Märkte (außer Schwarzmärkte). Planungsbedarf von Konsumpräferenzen (idr sehr schwierig::> 1,2,5 Jahrespläne)
- Eucken und Erhard führten beide Ansätze in einen intelligenten Ordnungsrahmen zusammen: soziale Marktwirtschaft
- Staat übernimmt die Aufgabe eines Umverteilers von Wohlstand, wobei unternehmerische Freiheit weiterhin besteht.
- Geldwertstabilität führt auch zu sozialem Wohlstand, daher ist dies ein fester Bestdanteil
(63) Wie würden Sie das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft beschreiben?
- soziale Marktwirtschaft versucht die Elemente des Kapitalismus und des Kommunismus derart zu verbinden, dass die Funktionalität freier Märkte aber auch die soziale Absicherung(Ausgleich) gewahrt bleibt.
(64) Welche Ebenen der Sozialität sind im Konzept der Sozialen Marktwirtschaft zu
unterscheiden? Was ist jeweils gemeint?
- soz. MW wie sie durch Eucken begründet ist besitzt nach Müller-Armack drei Ebenen
(a) die sozialen Konsequenzen des Marktes selbst (Ausrichtung auf Konsumentensouveränität,Gewährleistung von statischer und dynamischer Effizienz,Wahlmöglichkeit (die Freiheit garantiert),Markt erzieht zu Verlässlichkeit)
(b) Sozialität durch Ordnungspolitik (Geldwertstabilität durch unabhängige Notenbank,Monopolvermeidung durch Kartellamt,Betriebsverfassungsgesetz für innerbetrieblichen Ausgleich,Internalisierung negativer externer Effekte)
(c) Sozialität durch interpersonelle Umverteilung (soz.Sicherung von Individuen mit geringem Einkommen,aber: nicht über Eingriff ins Gefüge relativer Preise)
(65) Wie sollten staatliche Umverteilungsmaßnahmen ausgestaltet sein?
- trotz WIrtschaftswachstum sinken die EInkommen privater Haushalte. Globalisierung und techn.Foirtschritt tragen zu Ungleichverteilung der EInkommen bei
- Umverteilungsmaßnahmen werden durch den Ordnungsrahmen der soz. Marktwirtschaft begründet
- Umverteilungsmaßnahmen sind gerecht zu gestalten
- nach Popper ist die Wissenschaft eine werturteilsfreie Darstellung, die Frage was gerecht ist (==wünschenswerter Zustand), kann nur durch gesell.Konsens (Politik) ausgehandelt werden
- beispielhaft seien vier Wohlfahrtsfunktionen genannt
- Eine Wohlfahrtsfunktion ist eine aggregierte Nutzenfunktion zu einer sozialen Indifferenzkurve
- Auf einer Indifferenzkurve sind alle Kombinationen u1 und u2 indifferent, dh ergeben die gleiche soziale WOhlfahrt
(a) Utilitaristische Ethik: Glück der größten Zahl - es existiert keine Umverteilungspräferenz, es wird das höchste Wohlstandniveau gewählt
(b) Nash-Wohlfahrtsfunktion: Ungleichheit soll durch stärkeren Nutzenzuwachs kompensiert werden
(c) MaxMin-Wohlfahrtsfunktion (Rawls): Maximiere den Nutzen des ärmsten Individuums
(d) Egalitätsprinzip: Nur Gleichverteilungen sind gerecht (::> Marxismus)
Egalitätsprinzip kränkelt an Anreizproblematik (wieso sollte ich Leistungsträger sein, wenn Einkommen gleichverteilt sind?)
MaxMin scheint keine echte Alternative, da große relevante Gruppen ausgeschlossen würden.
Nash zielt auf den Nutzen ab, womit sich die Problemstellung verschiebt auf die Frage: was nützt mehr(Überzeugungs-/Glaubensfrage)
Utilitaristische Ethik würde Randgruppen außer Acht lassen.
- zu beachten ist immer: Umverteilung verändert die Bedingungen, wie das BIP erwirtschaftet wird, damit wird die Umverteilug in sich beeinflusst!
(66) Was verstehen Sie unter dem Subsidiaritätsprinzip? Inwiefern können Sozialleitungen als
Kollektivgut interpretiert werden?
- Subsidiarität beschreibt die vorrangige Verantwortung von kleinen Elementen(Kommune) hin zum großen Ganzen (LÄnder, Bund)
- kann eine Verantwortlichkeit nicht von einem kleinen Element übernommen werden, wird sie an die übergeordnete größere Instanz delegiert
- Sozialleistungen sind durch die verfassungsrechtliche Regelung für jeden gleichermaßen zu erbringen, daher auf Bundesebene angesiedelt
- da man niemanden von der Inanspruchnahme der SOzialleistungen ausschließen kann, wird SL als Quasi-Kollektivgut angesehen werden
- Individuen handeln rational und nehmen Sozialleistungen in Anspruch, dabei besteht die Gefahr, dass Tatbestände herbeigeführt werden, die die Inanspruchnahme erst begründen
- Mitnahmeeffekte und sinkende Effizienz (individuelle Fähigkeiten werden in rent seeking aktiviert und nicht in die Problemlösung) sind die Folge
- das Sozialsystem kann so an seine Grenzen stoßen: Leistungsabfall ist die Folge
- werden Staatsleistungen unentgeltlich angeboten, sinkt die Effizienz von Leistungsanietern und -konsumenten
(67) Wie stehen Sie zu der Auffassung von Politikern, dass es hauptsächlich darauf ankäme,Arbeitsplätze zu erhalten?
mM muss bei der Frage, Arbeitsplätze zu retten, die Folgen der Masse der Arbeitslosigkeit betrachtet werden, als auch die Bewertung ob eine "Umschichtung" der Arbeitskraft möglich scheint.
Betrachtet man den Bundeshaushalt von 2007, sind Sozialabgaben mit 51% der größte Anteil. Dieser würde bei Massenentlassungen weiter steigen. Für Betroffene ist es rational die Leistungen des Staates in Anspruch zu nehmen.
Um den Druck auf die Sozialkassen zu reduzieren scheint es vernünftig Arbeitsplätze zu retten. Auch aus demographischer Sicht scheint es vernünftig: Die wegfallenden Sozialabgaben aus Gehältern und Löhnen stützen auch das Rentensystem.
Fallen die Leistungsträger weg belasten nicht nur die "Neuarbeitslosen" die Harz-4-kasse, auch die laufenden Rentenzahlungen an sich stehen unter Druck. Die Belastung steigt also überproportional.
Wegfallende Arbeitsplätze sind aber auch durch Ineffiziente Strukturen in Unternehmen begründet. Wirtschaftlich macht es keinen Sinn ineffiziente Unternehmen künstlich am Leben zu halten (dh Subventionierung/Kredite o.ä. die kurzfristig Arbeitsplätze sichern::Holzmann,Opel).
Ressourcen sind in ineffizienten Sektoren gebunden, für dynamische Sektoren stehen weniger Ressourcen zur Verfügung als ggf. benötigt.
Argumentiert man bei Personalfreisetzung mit Innovation, kann langfristig eine Peronalbindung entstehen, da Innovationen oftmals mit Expansion verbunden ist. (vgl. Frage führt Innovation zu ArbLosigkeit)
Die Sicherung von Arbeitsplätzen allein ist keines Falles Hauptaufgabe ("hauptsächlich") des STaates. (Vgl. Euckens zweite Grundprinzip!)
Die Standortattraktivität jedoch kann der Staat beeinflussen, damit Firmen sich einerseits ansiedeln oder bestehende Produktionsstrukturen ausbauen (investieren).
Steigende Standortattraktivität hat auch Beschäftigungsbedarf zur Folge. Damit sinkt die Arbeitslosigkeit.
(68) Wie beurteilen Sie die These, dass die hohe Arbeitslosigkeit mit dem technischen Fortschritt
zu begründen ist.
blablablabla naaagnagnaganag blubberdiblubb
oder siehe Frage 12 =)
(69) Grenzen Sie die statische Wettbewerbstheorie von der evolutorischen Wettbewerbstheorie ab.
statische Wettbewerbstheorie:
- Ein Monopol führt zu höheren Preisen, geringer Marktversorgung und Wohlfahrtsverlusten
- nur ein Teil der verringerten Konsumentenrente wird in Produzentenrente umgewandelt
- Ziel: Monopole vermeiden
evolutorische Wettbewerbstheorie:
- nach Hayek ist Wettbewerb ein Such- und Entdeckungsverfahren
- Diffusion von Wissen erfolgt über den Preismechanismus und führt somit zur Überwindung von Knappheiten
(70) Was bedeutet Wettbewerb als Entdeckungsverfahren?
blablablabla naaagnagnaganag blubberdiblubb
(71) Welche Leitbilder der Wettbewerbstheorie gibt es? Was besagen sie?
- Vollständige (atomistische) Konkurrenz: Idealbild des Wettbewerbs: freier Marktzugang, viele Nachrager, viele Anbieter, Markttransparenz
- in der Realität gibt es keine vollständige Konkurrenz
- reale Marktverhältnisse werden über Marktstruktur-MVerhaltens-MErgebnis-Ansatz ermittelt
- empirische Tests zeigen, ob die Marktversorgung optimal ist
- sind bestimmte Werte überschitten, sollte der Staat intervenieren
- Katzebach sieht für reale Märkte weite Oligopole, mäßige Markttransparenz und mäßige Produktdifferenzierung als Optimalzustand an
(72) Erläutern Sie den gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrtseffekt bei reaktiver und aktiver
Industriepolitik.
(73) Nennen Sie die wichtigsten Instrumente der Wettbewerbspolitik und erläutern Sie sie.
...
(81) Wie bewerten Sie die These, dass der Merkantilismus auch heute noch lebendig ist?
(82) Wie bewerten Sie den "Buy American" Aufruf von Präsident Obama?
- Protektionismus gefährlich, weil:
(83) Denken Sie, dass es mit der gegenwärtigen Wirtschaftskrise zu einer Einschränkung des Freihandels kommen wird? Was wären die Konsequenzen?
teilweise, weil:
(84) Denken Sie, dass die gegenwärtigen Konjunkturpakete die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie erhöhen können?
ja, weil:
(85) Diskutieren Sie die kurz- und langfristigen Auswirkungen der derzeitigen Finanzpolitik.
kurzfristig:
(86) Denken Sie, dass die gegenwärtige Krise auf Staats- oder Marktversagen zurückzuführen ist?
(87) Grenzen Sie klassische Arbeitslosigkeit von keynesianischer Arbeitslosigkeit ab. Was ist die entsprechende wirtschaftspolitische Therapie gegen Arbeitslosigkeit?
klassische AL:
(88) Welches Entscheidungsdilemma hat die Geldpolitik bei temporären Angebotsschocks? Wie begegnet die EZB diesem Dilemma?
(89) Schätzen Sie die kurz-, mittel- und langfristige Inflationsgefahr ein. Welche Argumente können für deflatorische-, welche für inflatorische Tendenzen hervorgebracht werden?
kurzfristig:
(90) Denken Sie, dass die Geldpolitik ein stärkeres Augenmerk auf Vermögenspreise (z.B. Aktien und Immobilienpreise) richten sollte?
nein, weil:
Antwort:
Konsumentensouveränität:
- dezentrale Entscheidung über Produktion und Konsum ->Koordination über Markt und Preis als Indikator über relative Knappheit, wobei Preis Ausgleichsfunktion übernimmt
- Bildung von Marktclustern um Transaktionskosten zu sparen
- Konzentration auf Marktsegmente um Kunden anzuziehen (bspw. Fischmarkt, Handwerkergässchen o.ä.)
- Ausrichtung der Produktionsstruktur an Konsumentenpräferenzen
Politikersouveränität:
- zentrale Entscheidungsstruktur (Politikerentscheidung über Ressourcenallokation) -> Bedürfnisse der Konsumenten werden nicht direkt berücksichtigt -> Produktionsplanung im Voraus
- Kollektiveigentum
- Produktionsstruktur nach politischen Präferenzen
Fazit:
Konsumentensouveränität == eher freie Marktwirtschaft
Politikersouveränität == fast ausschließlich in der Planwirtschaft
(2) Welche Funktionen erfüllen Preise?
Antwort:
Informationsfunktion: zeigt die Bedürfnisse der Konsumenten
Anreizfunktion: Orientierung der Produzenten an den Konsumenten
Allokationsfunktion: optimale Zuteilung der Ressourcen ("produziere Gut A oder Gut B?")
Kontrolfunktion: beantwortet die Frage, ob Ressourcen optimal genutzt werden. (nur in der freien Marktwirtschaft!)
(3) Erläutern Sie den Begriff der Opportunitätskosten.
Antwort:
Opportunitätskosten sind entgangene Erträge oder Nutzen, die sich bei der nächstbesten Verwendung eines Gutes/Produktionsfaktors ergeben hätten.
Die Transformationskurve gibt das Verhältnis der Opportunitätskosten zweier Güten an.
(4) F.A.v. Hayek hat den Begriff "Wettbewerb als Entdeckungsverfahren" geprägt. Was ist damit gemeint und warum mußten aus dieser Sicht planwirtschaftliche Lenkungssysteme zwangsläufig scheitern?
Antwort:
statische Effizienz:
- Orientierung der Produktion an den Kundenpräferenzen (mengenmäßige Anpassung)
dynamische Effizienz:
- Veränderung der Produktionsstruktur nach Konsumentenpräferenzen (Entwicklung neuer Produkte und Test über Testmärkte)
- dabei dreischichtiges Entdeckungsverfahren:
- Invention: Entdeckung durch Erfinder (zB durch Zufall oder gezielte Spionage und Weiterentwicklung)
- Innovation: Vorbereitung und Bewährung durch eine Firma
- Diffusion: Verbreitung durch konkurrenz
- planwirtschaftliches Scheitern, da relative Ressourcenknappheit (Arbeitskraft und Material) und Fehlen von persönlichem Gewinnstreben
- Innovation: Vorbereitung und Bewährung durch eine Firma
- Invention: Entdeckung durch Erfinder (zB durch Zufall oder gezielte Spionage und Weiterentwicklung)
zu Marktungleichgewicht geführt hat und der Anpassungsmechanismus (fixe Preise,feste Produktionsmengen etc.) außer Kraft gesetzt war, d.h. dynamische Effizienz außer Kraft
(5) Ein zentraler Leitsatz in den Wirtschaftswissenschaften lautet: "Menschen folgen ihren Interessen". Leiten sie daraus weitere drei Aussagen ab, die für die volkswirtschaftliche Analyse von Bedeutung sind.
Antwort:
- soziale Gruppen handeln wie Individuen (Parteien,Verbände verhalten sich wie Individuen, die das System konstituieren)
- nur das Verhalten von Gruppen von Individuen kann vorausgesagt werden ("pattern prediction")
- Individuen umgehen Kontrollen (werden Individuen gehindert Ihren Interessen zu fröhnen, werden SIe versuchen die Hindernisse zu umgehen -> Kontrollaufwand seinerseits steigt wieder
(6) Unterscheiden Sie die Begriffe "methodologischer Kollektivismus" und "methodologischer Individualismus".
Antwort:
methodologischer Kollektivismus:
- "das soziale Ganze ist mehr als die SUmme ihrer Einzelteile"
- die Gesamtgesellschaft ("soziales Ganzes") beeinflusst und bedingt das Verhalten ihrer Mitglieder
- das Verhalten von Individuen lässt sich aus sozialen Gesetzen, Funktionen und Absichten ableiten, die nicht durch Handlungen der Individuen sichtabr werden.
- Individuen geben Präferenzen zugunsten des Gemeinwohls auf (handelt also altroistisch)
- => Gemeinwohlinnovation
methodologischer Individualismus:
- der Wettbewerb zwingt den einzelnen zur Innovation und verbessert damit durch Aggregationen der Innovationen auch den Wohlstand aller
- Wettbewerb "erwingt" Innovation
- jeder ist zuerst sich selbst der Nächste
(7) Warum kommen in der "realen Welt" im Gegensatz zur Modellwelt nur unvollständige Vertretungsverträge zwischen Prinzipal und Agent zustande?
Antwort:
- unvollkommene Voraussicht (man kann die Zukunft nicht vorhersagen)
- positive Informationskosten (Beschaffung und Überwachung von Informationen kostet teuer)
- asymmetrische Informationsverteilung zwischen Principal und Agent
- Interessen von Prinzipal und Agent können unterschiedlich sein (verborgenes Handeln, verborgene Eigenschaften, verborgene Absicht)
(8) "Verbände sind Kinder des Interventionismus". Was ist damit gemeint und wie beurteilen Sie die Rolle der Verbände?
Antwort:
- Unternehmen investieren in Verbandsarbeit um den Einfluss auf den Staat zu erhöhen (Lobbyarbeit) sofern man einen finanziellen Rückfluss erwarten kann (zB Subventionen, rechtliche Rahmenwerke)
- ->Lobbyarbeit nimmt zu, wenn staatliche EIngriff zunehmen (Eingriffe in Preise,Außenhandel,Aufträge/Subventionen)
- Sachverstand der Verbände wird bei komplexen Regulierungen benötigt: Informationsfunktion, aber nicht objektiv
- -> versuche daher in Ausschüssen viele Verbände anzuhören und eine subsummierte Lösung zu finden
- Beurteilung: Argumentationstechnik der Verbände fragwürdig ("verstecken hinter Kleinen")
- Beurteilung: jedoch hoher Sachverstand, wegen der Komplexität nötig
(9) Woraus leitet Karl Marx die Verelendung der Arbeiterklasse ab?
Antwort:
- Arbeitgeber sind bestrebt minimale Löhne zu zahlen, dabei maximale Arbeitszeit zu erreichen
- wurde dies erreicht sind Profitsteigerungen nur noch mittels Innovationen (Maschinen) möglich (Akzelerationsprinzip)
- technischer Fortschritt bewirkt den Fall von Preisen (damit auch Profitraten) -> mehr maschineller Einsatz wird nötig ( fortgeführtes Akzelerationsprinzip) -> Arbeiter werden entlassen (Freisetzungstheorie)-> Arbeitslosigkeit steigt
(10) Welche Arten von Rechten und Transaktionskosten gibt es in der Institutionenökonomik und in welchem Zusammenhang stehen Sie?
Antwort:
- Institutionen sind Systeme von Regeln in einem Rahmen das ökon. Handeln festlegen
- Institutionenökonomik untersucht die Entstehung und Veränderung solcher Regelsysteme unter Gesichtspunkt ökonom. Rationalität
- Rechte:
- Recht auf Nutzung eines Gutes (usus)
- Recht auf Veränderung eines Gutes (abusus)
- Recht auf Rechtetransferierung (usus fructus)
- Transaktionskosten:
- je detailierter Rechte ausgestaltet sind, desto höher sind die Transaktionskosten (eine effiziente Eigentumsordnung kann verhindert werden)
- Markttransaktionskosten (Kosten für die Suche,Information, Verhandlung und Entscheidung)
- politische Trabsaktionskosten (Kosten für die Einrichtung, Veränderung und Erhalt der politischen Ordnung)
- Unternehmenstransaktionskosten (Kosten für die Organisation, Leitung, Kommunikation und Überwachung in Unternehmen)
- Recht auf Nutzung eines Gutes (usus)
(11) Wie werden Preise in der sozialistischen Planwirtschaft, wie in der Marktwirtschaft gebildet?
Antwort:
freie Marktwirtschaft:
- zentrale Rolle von Märkten: Ausgleich Angebot und Nachfrage sowie Wettbewerb
- freier Marktzugang von Konsumenten und Produzenten ermöglicht eine effiziente Ressourcenallokation
- freier Wettbewerb (Konkurrenz) trägt zur Verbesserung Preis-/Leistungsverhältnisse sowie Qualität insg. bei
Planwirtschaft:
- Preise und Produktionsmengen werden von pol. Führungsebene geplant
- damit Verzicht auf die Funktion von Marktpreisen
- die spezifische Preisbildung (Schema der Preisbildung im Script nachlesen!) fördert höhere Kosten (da Gewinnzuschlag auf den betrieblichen Kostenpreis aufgeschlagen wird
- Grundlage der Preisbildung sind Einheiten einfacher Arbeit, komplexe Arbeitsschritte oder Kapitalgüter sind nicht in solchen Einheiten erfassbar, in soclhen Fällen unrealistische Preisbildung!
(12) Wie beurteilen Sie die These, dass die derzeit hohe Arbeitslosigkeit mit dem technischen Fortschritt zu begründen ist.
Antwort:
Die Frage muss differenziert betrachtet werden.
Dtld hat sich vom Industrieland zu einem Hochtechnologieland gewandelt, viele Arbeitnehmer wurden nicht adäquat der Anforderungen umgeschult.
Viele Stellen, die höhere Qualifikationen voraussetzen, können nicht besetzt werden.
Begünstigend kommt die Liberalisierung der EU Märkte hinzu, billigere Arbeitskräfte können ohne großen Hürden im EU Ausland arbeiten und damit
die Lohnstrukturen verzerren.
Aus internationaler Sicht ist nicht der techn Fortschritt ausschlaggebend, sondern der Abfluss der Arbeitskraft in Länder, deren Löhne unschlagbar unter
durchschnittlichen EU Löhnen liegen (China, Taiwan...). Es ist also eher eine Verlagerung die Ursache.
(13) Gehen Sie auf Probleme der sozialistischen Preisbildung ein. Was bedeutet in diesem Zusammenhang "Zurückgestaute Inflation"?
Antwort:
- Informationsdefizite
- -> komplizierte Kapitalgüter nicht ausreichend in Einheiten einfacher Arbeit umrechenbar
- -> Informationen über die Verbrauchsstruktur (Präferenzen der Konsumenten) und deren Änderungen nur schwer nachvollziehbar
- -> Änderungen von Weltmarktpreisen für Rohstoffe konnten nur schwer berücksichtig werden
- -> Preise waren durch politischen Willen geprägt und determiniert
- zurückgestaute Inflation ist die Auflösung eines monetären Überhanges
- Planung von Bedarfen und Produktion passen nicht zueinander (Kosum bleibt aus)
- Großteil der Produktion dient nicht konsumtiven Zwecken (fehlende Kosummöglichkeit)
- fehlende Zinsen führen zu übermäßiger Investition -> kein Sparanreiz, Notenpressen anwerfen
- Haushaltsdefizite werden durch Notenpresse ausgeglichen -> Notenpressen anwerfen
- Subventionen von ineffizienten Unternehmen durch Staat
- ==> dies alles führt zu Kassenhaltung (geringes Güterangebot vs. Sparstrumpf)
- ==> bei Freigabe von Preisen würde sofort die Geldmenge rapide ansteigen und zu immensen Inflationsraten führen
- ==> dies mündet meist in einer Währungsreform
(14) Wie kam es zu "Versteckter Arbeitslosigkeit" und wie zu "Konjunkturzyklen" in sozialistischen Planswirtschaften?
Antwort:
- versteckte AL ist durch die Preisbildung bedingt: betriebl. Kostenpreis + Gewinnzuschlag (3-6% der Kosten)
- wenn hohe Kosten vorliegen erzielt man höheren Gewinn, gute Möglichkeit Kosten zu erzeugen ist Personalkosten zu erzeugen (also Vorhalten von Arbeitern)
- damit mehr Gewinnzuschlag möglich, also Horten von Arbeitern mit niedriger Grenzproduktivität
- gleichwohl wurden Betriebe subventioniert, die warenmäßigen Schrott produzieren (potentielle Arbeitslose)
- die Unterauslastung von Betrieben mit Rohstoffen und Logistik
- große Reperaturkolonnen bei fehlenden Ersatzteilen, bzw. veralterte Produktionsanlagen
(15) Was bedeutet Schocktherapie versus Gradualismus?
Antwort:
- Schocktherapie und Gradualismus sind Ausprägungen der Transformationspolitik
- Schocktherapie:
- schnelle, umfassende Transformation, wobei stimmiges Transformationskonzept vorliegen muss
- Reformgegner haben geringe Reaktionszeit
- auf eine heftige Anpassungskrise folgt schneller Wohlstand
- insg. benötigt wird eine hinreichende Qualifikation der Reformer
- Gradualismus:
- langsame und abgestufte Transformation
- institutioneller Neuaufbau über längere Zeitspanne
- daher Suche nach optimaler Reihenfolge der Reformschritte möglich
- Interdependezen werden nicht Rechnung getragen
- längere Anpassungskrise möglich, stetiger Wohlstand
(16) Vergleichen Sie die Preistheorie der Klassiker (Arbeitswerttheorie) mit der Preistheorie der Grenznutzenschule.
Antwort:
- Arbeitswerttheorie:
- Wert einer Ware wird in der zur Prudktion nötigen Arbeit ausgedrückt
- Voraussetzung ist: es existiert ein Gebrauchswert
- aber: was passiert wenn Gebrauchswert> Arbeitszeit bzw. Gebrauchswert
- aber: substituiere Arbeit gegen Maschine
- Grenznutzenschule:
- Wert einer Ware wird durch den Nutzen der Verbraucher bestimmt (der jeweils letzten Einheit!)
(17) Welche Reaktionen sind auf die Einführung von Höchstpreisen zu erwarten?
Antwort:
- Warteschlangen -> Rationierungsverfahren (Lebensmittelkarten) -> Ausweichen auf Produktion mit freier Preisbildung
- -> Ablieferungsgebote (=Produktionsquote) -> Druck auf Lieferanten -> (wg. Quote:niedrigere Qualität zu erwarten)
- -> Produktkontrollen -> Verkauf ins Ausland (weil dort gute Preise zu erzielen sind) -> Exportverbote
- -> Schwarzmärkte entstehen -> Schwarzmarktkontrollen -> fehlende Reinvestitionen -> Mitnahmeeffekte
- Mitnahmeeffekt: Der Mitnahmeeffekt bezeichnet die Inanspruchnahme von Subventionen oder anderer finanzieller Anreize
als Belohnung für ein Verhalten, das auch ohne den zusätzlichen Anreiz stattgefunden hätte
(18) Welche Reaktionen sind auf die Einführung von Mindestpreisen zu erwarten?
Antwort:
- Warteschlangen vor Arbeitsämtern
- Zuteilung über Rationierungsverfahren (Arbeitszeitverkürzung, 35 Stunden Woche, Produktionsquoten)
- Entnahme von Angebot aus dem Markt (vorgezogener Ruhestand, Abschlachtprämien)
- Zuwanderung von Arbeit aus dem Ausland
- Importverbote (beschränkte Arbeitserlaubnis, Zölle)
- Entstehung schwarzer Märkte (Schattenwirtschaft): Löhne liegen unter dem Tariflohn.
- Kontrolle der Arbeits-und Produktionsstätten
- Anstieg der Sozialabgaben und Verwaltungskosten verteuert den Faktor Arbeit
- Steuerzuschüsse in die Sozialkassen und Anstieg des Steuerniveaus
(19) Was besagt das Marktkonformitätskriterium für staatliche Eingriffe in Märkte?
Antwort:
Nach dem Kriterium der Marktkonformität sind staatliche Eingriffe erlaubt, wenn sie sich in die Marktkoordination einordnen.
Konsequenzen:
- Preise sorgen weiterhin für den Ausgleich von Angebot und Nachfrage
- Nicht Subventionierung von Gütern, sondern von Individuen (Kaufkraftverschiebung über Steuern)
Vorteile:
- Keine Verschwendung subventionierter Produkte (Mitnahmeeffekte)
- Geeignetes Anreizsystem lässt Angebot steigen
Nachteil:
- Subjektsubventionierung verändert Anreize beim Leistungsempfänger
(20) Erläutern Sie asymmetrische Information vor Vertragsabschluss (adverse Selektion). Nennen Sie ein Beispiel für Marktversagen aufgrund adverser Selektion.
Antwort:
- Asymmetrische Verteilung von Information über Qualitätseigenschaften kann dazu führen, dass Tauschaktionen unterbleiben
- adverse Selecetion: vor Vertragsabschluss
- Der Verkäufer ist besser über die Qualität eines Produktes informiert als der Käufer
- Wegen der Unsicherheit können die Nachfrager den Güterpreis als Qualitätsindikator interpretieren
- Ein hoher (niedriger) Preis wäre ein Indikator für eine im Durchschnitt gute (schlechte) Produktqualität
- Käufer können keinen Unterschied zwischen guten und schlechten Angeboten herausfinden -> sie bilden einen Erwartungswert für die Qualität und leiten daraus den Preis,
den sie maximal zu zahlen bereit sind -> bei guten Anbietern liegt der Verkaufspreis über dem Maximum der Käufer -> die guten Anbieter verschwinden vom Markt, da sie nichts mehr einnehmen -> übrig bleiben die schlechten Anbieter, da ihr Verkaufspreis unter dem Maximum der Kunden liegt- Beispiel: Gebrauchtwagenmarkt (Akerlof's Zitronen)
(21) Erläutern Sie asymmetrische Information nach Vertragsabschluss (Moral Hazard). Nennen Sie ein Beispiel für Marktversagen aufgrund von Moral Hazard.
Antwort:
Moral Hazard (Moralisches Risiko) bezeichnet das Risiko eines (unmoralischen) Verhaltens, wenn eine Person, die etwas Negatives (Hazard) verursacht, nicht die vollen Konsequenzen tragen muss, oder sogar profitiert.
- Moral Hazard: nach Vertragsabschluss
- es entsteht, wenn es einen Widerspruch zwischen dem, was für die Allgemeinheit vernünftig ist (Kollektivrationalität), und dem, was für das Individuum vernünftig ist (Individualrationalität), gibt
- das Individuum kann bspw. auf Kosten des Kollektivs ein höheres Risiko eingehen, weil es im Schadensfall Hilfe bekommt und durch das höhere Risiko eventuell einen höheren Nutzen realisieren kann
- Beispiel: wichtige große Unternehmen ("Too big to fail")
(22) Erläutern Sie das politische Entscheidungsdilemma "Too big to fail" und "Moral Hazard" in der derzeitigen Finanzmarktkrise.
Antwort:
- Im Abschwung hat der Bankrott von großen Unternehmen und insbesondere Finanzinstituten erhebliche Ansteckungseffekte
- Die "Systemrelevanz" großer Spieler ("too big to fail") macht Rettungsaktionen durch den Steuerzahler wahrscheinlich
- Wenn Unternehmen/Banken/Länder diese Rettungsaktionen antizipieren, tendieren diese zu höheren Risiken
- Im "Schadensfall" werden Kosten sozialisiert, während die vorangegangenen Profite privatisiert wurden (Prinzipal-Agent)
- Kollektiv: Steuerzahler, Individuum: Unternehmen, beide verfolgen unterschiedliche Rationalitäten
- die Unternehmen gehen hohe Risiken ein, um noch mehr Gewinne zu machen -> im Notfall rettet sie der Steuerzahler
- die Steuerzahler als Kollektiv wollen sichere Arbeitsplätze und wirklich nur im äußersten Notfall (Bspw. wenn es nicht Eigenverschulden war) helfen
(23) Wie konstruiert die Wirtschaftstheorie volkswirtschaftliche Modelle? Welches sind die Vorteile? Welches die Nachteile? Was bedeutet "ceteris paribus"?
Antwort:
- Modelle bilden Teile der Wirklichkeit ab, es werden (Modell-)Annahmen festgelegt
- Eine wirtschaftspolitische Schlussfolgerung auf der Basis von Modellen kann nur unter Berücksichtigung der Annahmen gezogen werden
Vorteile:
- Übersichtlichkeit
- erlaubt Erklärungen und Prognosen
Nachteil:
- vereinfachende Modellannahmen, die Faktoren außerhalb des Modellrahmens konstant setzen (ceteris paribus-Klausel) -> Anwendbarkeit nur unter Berücksichtigung der Annahmen
ceteris paribus-Klausel: Unter sonst gleichen Bedingungen (In einem Experiment wird immer nur eine Einflussgröße verändert, während alle anderen konstant gehalten werden, um genau deren Einfluss bestimmen zu können)
(24) Erläutern Sie die zentralen Aussagen von Ricardos "Theorem der komparativen Kostenvorteile"?
Antwort:
- es ist ein einfaches Modell, dass das Zustandekommen des Außenhandels zwischen zwei Ländern erklärt -> Außenhandelsgewinne durch Export
- der Handel kommt durch Unterschiede in der Arbeitsproduktivität zustande -> unterschiedliche Opportunitätskosten (Kosten des Verzichts auf das eine Gut bei der Produktion des anderen sind niedriger als im zweiten Land)
- der Handel zwischen zwei Ländern ist dann vorteilhaft, wenn jedes Land die Güter exportiert, bei denen es über einen komparativen Vorteil verfügt
- Spezialisierung auf die Produktion des Gutes mit dem komparativen Vorteil -> das andere Gut wird nicht mehr produziert, sondern importiert
- effiziente Nutzung des Produktionsfaktors Arbeit -> es kann mehr produziert werden -> es kann mehr konsumiert werden -> Wohlstand steigt
(25) Was war die wirtschaftspolitische Implikation der Ricardianischen Theorie zur Zeit Ricardos und was ist sie heute?
- Märkte spielen große Rolle
- da enormes Maß an Arbeitsteilung in Wirtschaft
- Arbeitsteilung nur möglich, wenn komparative Kostenvorteile bestehen
- durch Arbeitsteilung Mglk. sich auf Tätigkeiten zu spezialisieren, für die man am besten qualifiziert ist
→ Steigerung der Wohlfahrt einer Nation
- heute:
→ somit intensivere Arbeitsteilung möglich
(26) Was versteht man unter "Laissez faire" und "Manchesterkapitalismus"?
Antwort:
Laissez faire et laissez passer:
- "Lasst sie machen und lasst sie passieren"
- Gewerbefreiheit und Freihandel
- Freiräume für private Eigeninitiative
- Rolle des Staates auf das Notwendigste beschränken
Manchesterkapitalismus:
- bezeichnet die massiven sozialen Schieflagen in England während der industriellen Revolution
zahlreiche Missstände im "wilden Kapitalismus":
- Kinderarbeit
- lange Arbeitszeiten
- Hungerlöhne
- hohes Unfallrisiko
(27) Welche handelspolitische Strategie dominierte in der merkantilistischen Epoche?
Antwort:
Merkantilismus:
- fürsorglicher und kontrollierender Staat (Manufakturen)
- Protektionismus
- Exporte aktiv fördern, Importe durch Zölle hemmen
- Außenhandel = Nullsummenspiel, d.h. der eine gewinnt, was der andere verliert
(28) Leiten Sie das makroökonomische Gleichgewicht für die geschlossene und die offene Volkswirtschaft ab.
- Antwort
(29) Wie hat sich die Wiedervereinigung Deutschlands auf die Kapital- und Leistungsbilanz des Landes ausgewirkt? Wie war die Situation vor der Finanzmarktkrise?
Antwort:
Wiedervereinigung:
- Änderung von negativer zu positiver Kapitalbilanz (positiv -> Kapital-Ex < Kapital-Im)
- Änderung von positiver zu negativer Leistungsbilanz (negativ -> Ex < Im)
vor Finanzmarktkrise:
- Änderung von positiver zu negativer Kapitalbilanz im Jahr 2002 (negativ -> Kapital-Ex > Kapital-Im)
- danach fallend bis zur Finanzmarktkrise
- Änderung von negativer zu positiver Leistungsbilanz im Jahr 2002 (positiv -> Ex > Im)
- danach ansteigend bis zur Finanzmarktkrise
(30) Leiten Sie aus dem Ursache-Wirkungszusammenhang zwischen Geldmenge und Preisen ein Ziel-Mittel-Kalkül für die Geldpolitik ab.
Antwort:
Ursache-Wirkung:
- Ursache: ist die Änderung der Geldmenge (∆M/M) größer (kleiner) als die Änderung des Outputs (∆Y/Y)
- Wirkung: dann verändert sich der Geldwert größer (kleiner) 0
Mittel-Ziel:
- Mittel: Das Wachstum der Geldmenge M soll sich am Leistungsstrom Y orientieren (∆M/M = ∆Y/Y)
- Ziel: um den Geldwert stabil zu halten
(31) Welche Ziel-Mittel Kalküle bieten die neoklassische und die keynesianische Sichtweise zur Beseitigung von Unterbeschäftigung an.
Antwort:
keynesianisch: Reduktion der Steuerbelastung von Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit (t_ar), besonders im unteren Einkommensdrittel (wegen hoher Konsumneigung):
t_ar -> Konsum steigt -> Kapazitätsauslastung steigt -> Investition steigt -> Beschäftigung steigt
neoklassisch: Reduktion der Steuerbelastung von Unternehmensgewinnen (t_u sinkt):
t_u sinkt -> Gewinn steigt -> Investition steigt -> Beschäftigung steigt
(32) Welche Wirtschaftspolitische Strategie würden die Klassiker, welche die Keynesianer in der Rezession empfehlen?
Antwort:
Keynesianer:
- Rezession: Abschwung -> Arbeitslosigkeit steigt -> Verbraucher ängstlich, sparen statt konsumieren -> Nachfrage fehlt -> Preismechanismus kann das Gleichgewicht nicht mehr wiederherstellen
- Staat soll fiskalpolitische Maßnahmen ergreifen (mittels Rücklagen(in guten Zeiten Geld sparen) oder Kreditaufnahme finanziert)
- Zentralbank soll dies geldpolitisch unterstützen
- eine geeignete Maßnahme wäre antizyklisches Gegensteuern des Staates (antizyklische Geld- und Finanzpolitik) -> staatliche Nachfrage -> Multiplikatoreffekt (der staatliche Impuls soll ein Vielfaches an privaten Ausgaben anstoßen)
Klassiker:
- keine staatlichen Interventionen
- vertrauen auf die Selbstheilungskräfte des Marktes
(33) Welche Rolle spielt die Produktivität für den Wohlstand von Nationen? Vergleichen Sie Industrie- und Entwicklungsländer.
Antwort:
Ausgangspunkt sind die variablen Faktoren der Produktion (Kapital und Produktivität).
Produktivität ist für ein qualitatives Wachstum nötig. Höhere industr. Produktivität hat höheren Output zur Folge. Dies resultiert in steigenden Löhnen (hohes Lohnniveau).
Zwischen dem Instrie- und Dienstleistungssektor finden Arbitragebewegungen statt, das Lohnniveau aller steigt an.
International sind Arbitragebewegungen kaum vorhanden.
Weiterhin ist der Produktionsfaktor Kapital in Entsicklungsländern weitaus weniger variabel als in Industrieländern. Auch dies trägt zum Wohlstandsunterschied bei.
(34) Welche Rolle spielen Kapitalmärkte für das Wachstum in geschlossenen und offenen Volkswirtschaften?
Antwort: (unsicher)
wichtige Sparer sind Haushalte (Konsumverzicht zu gunsten sparen). Unternehmungen haben oft kein (oder nicht ausreichendes Eigenkapital). Deswegen wird Kapital nachgefrat
um Investitionen tätigen zu können. Der Zins ist dabei als Gleichgewicht zwischen Kpaitalangebot und Kpaitalnachfrage zu verstehen. Steigt das Angebot, sinkt der Zins. Sinkt das Angebot steigt der Zins.
Wird viel gespart (Zins niedrig), rentieren sich unternehmerische Projekte eher, Unternehmen fragen dann noch mehr Kapital nach. Wird der Kapitalkbedarf nicht gedeckt,
muss Kapital aus dem Ausland beschafft werden. Dies ist in geschlossenen VW nicht möglich. Daher bleiben Investitionsprojekte aus, ein Wachstum bleibt aus.
(35) Wie sahen die Klassiker und wie Keynes die Rolle des Sparens für das Wachstum?
Antwort:
- zum nachhaltigen Wachstum sind positive Nettoinvestitionen nötig
- Kapitalangebot kommt vom Finanzmarkt, Sparer sind Kapitalgeber
- Zins ist Ausgleichsmechanismus zwischen Kapitalangebot und -nachfrage.
Klassiker:
- wenn gespart wird, wird weniger Konsumgüternachfrage generiert (sparen statt konsumieren)
- es entsteht eine Lücke, die nur mit Investitionen gefüllt werden kann
Keynes:
- Keynes fasst den Zins als Faktor auf, der Investitionen beeinflusst
- Sparen ist eine Funktion des EInkommens
- steigt das Einkommen, so steigt der Konsum nicht in gleichem Maß!
- WIPO muss die Investitionen so steuern, dass Nachfrage stabil bleibt, allein die Geldpolitik reicht dafür nicht aus.
- eine VW muss in konjukturell guten Zeiten sparen um in konj. schlechten Zeiten investieren zu können.
(36) Erläutern Sie den Begriff der "non-competing groups". Welche Bedeutung hat er für international divergierende Lohnentwicklungen?
Antwort:
- Ausgangspunkt: Angleichung internationales Lohngefüge findet nicht statt (keine Arbitragebewegungen)
- non-competing-groups: Konkurrenz bzgl Lohn findet nur in den selben Arbeitszweigen statt; kurzfristig bedingen sich diese Löhne NICHT untereinander.
Erst durch Arbitragebewegungen kommt eine Angleichung der Löhne statt
- international:internationale Verträge (Aufenthaltsgenehmigungen, Arbeitsgenehmigungen..) verhindern die freie Bewegung von Arbeiutskraft.
Es kommt zu keiner oder marginaler Konkurrenz bei der Lohnentwicklung auf internationaler Ebene.
(37) Was meinte Böhm-Bawerk mit der Mehrergiebigkeit von Produktionsumwegen? Wie können diese erreicht werden? Welche Vor- und Nachteile sind damit verbunden?
Antwort:
- über Investitionen (zb in F&E) lassen sich langfristig mehr Gewinne erzielen, auch wenn kurzfristig weniger Gewinne erreicht werden
- durch Innovationen (F&E Investition) produziert man in den Folgeperioden mehr oder bedient Kundenwünsche besser oder ershcließt Märkte neu.
- man "überholt" damit die Gewinne die ohne die Investition erreichbar gewesen wären
- Vorteile: Steigerung der langfristigen Erträge, Erhalt der Konkurrenzfähigkeit
- Nachteile: Risiko, daß keine Innovation||Verbesserung erzielt werden kann, also finanzieller Verlust entsteht
(38) Dynamische Unternehmer wurden selten in sozialistischen Volkswirtschaften beobachtet. Welche Rolle spielt das Umfeld bei der Entwicklung von Innovationen? Durch welche Eigenschaften sieht Schumpeter den dynamischen Unternehmer charakterisiert?
Antwort:
- Innovation ist unternehmerische Herausforderung (Neues wirtschaftlich erfolgreich zu verkaufen) mit höchstem Risiko, die jedoch außergewöhnliche Belohnung verspricht.
- Charakteristika: Freude am Schöpferischen, Schaffung von Neuem auch gegen gesell. Widerstand, Eingehen von finanz. Risiken
(39) Diskutieren Sie die These "Innovationen führen zu Arbeitslosigkeit"?
Antwort:
- Innovationen lassen Altes obsolet werden. Zerstörung von Altem setzt Ressourcen frei, d.h. Abbau klassischer Arbeitsplätze (schöpferische Zerstörung).
- Werden alte Ressourcen nicht freigesetzt werden Innovationen behindert
- ::>Kurzfristig mag die These wohl stimmen. Diese können jedoch zur Schaffung von Neuem genutzt werden.
- langfristig jedoch kommt es zum Strukturwandel, wobei neue Arbeitsplätze entstehen können. Dies setzt jedoch auch ausreichende Qualifikation der Ressourcen voraus. Dies liegt nicht zuletzt
auch im Verantwortungsbereich der Innovationsträger.
(40) Zeigen Sie grafisch wie eine Innovation im Industriesektor einen zusätzlichen Arbeitskräftebedarf im Servicesektor auslösen kann.
Antwort:
Vorlesung 6, F21!
(41) Erläutern Sie die Aussagen des Sayschen Theorems und leiten Sie Implikationen für die
Konjunkturpolitik ab.
Antowrt:
(a) jedes ANgebot schafft sich seine eigene Nachfrage: der Produktionsprozess löst Nachfrage aus (Arbeit, Maschinen, Rohstoffe), jede zusätzlich produz. Einheit erzeugt zusätzliche Nachfrage
(b) Geld ist neutral:es liegt wie ein Sc hleier über Tauschvorgängen (Naturaltausch);Änderungen der Geldmenge wirken sich nicht auf den Produktionspozreß aus; dies entspricht dem langfristigen Ziel der Geldpolitik
(c) Zinspsiel bringt Sparen und Investition zum Ausgleich: S=S(i) bzw. I=I(i) ::> S=I somit gilt: wenn S steigt, sinkt Zins, steigt Investition.
(d) Sparen ist nicht Ausfall, sondern Verlagerung der Kaufkraft: mehr sparen ermöglicht langfristig mehr Investitionen
(e) Sparen als Grundlage steigenden Wohlstandes: sparen begünstigt Verlängerung der Produktionsumwege (Investition in F&E) und fördert damit gesamtvw. Wohlfahrt
(f) Fehlunvestitionen haben langfristig keinen Effekt: "partielle Verstopfung" löst sich über Preis-)Lohnniveauänderungen wieder auf
Implikationen:
- in der Rezession sinken Löhne und Preise
- Ineffizienz bedeutet Marktausschluß
- freigesetzte Ressourcen ewrden in neuen Unternehmen eingesetzt
- effiziente Produktion & günstige Preise sind Basis für den AUfschwung
::> der Staat soll in Rezessionszeiten nicht eingreifen! sonst bleiben ineffiziente UNternehmen bestehen, diese binden Ressourcen die für den Fortschritt fehlen, Investitionen nehmen ab
::> die Märkte tendieren alleine zurück ins Gleichgewicht
(42) Wie erklären Hayek und Wicksell Konjunkturzyklen?
- Konjunkturzyklen nach W&H erklären sich durch Fehlentwicklungen und -entscheidungen im monetären Sektor (verzerrte relative Preise auf dem Kapitalmarkt)
- Diese werden durch Anpassungsprozesse bereinigt
- interner Zins (Rendite von Investitionsprojekten), Geldzins (Leitzins) und natürlicher Zins (Gleichgewichtszins bei I=S) sind Mittel der Konjunkturtreiber
- Geldzins und natürlicher Zins können auseinanderfallen, werden beide aneinander angeglichen kommt es zu Fehlinvestitionen, genau dann
- wenn Geldzins>interner Zins werden Investitionsprojekte unrentabel und werden abgebrochen. Dies leitet einen kummulativen Prozess nach unten ein!
Aufschwung:
- unternehmersiche Erwartung positiv::>höhere interne Verzinsung::>Geldzins müsste steigen
- sind Banken fähig, die Kapitalnachfrage zum bestehenden Zins zu decken ist I>S
- Nachfrage wird mit Geldschöpfung befriedigt (Zentralbankgeld) ::> kummulativer Prozess nach oben
Wendepunkt:
- gilt I>S, kommt es vermehrt zu Konsum. Nachfrage und Preis steigen::> signalisiert den Unternehmen jedoch falsche Gewinnmöglichkeiten ::> Aktienkurse steigen, es kommt zu "Blasenbildung"
- Notenbank hebt den Leitzins um den Preisanstieg zu stoppen
Abschwung:
- wird Leitzins angehoben werden Investitionen unrentabel, deren internerZins
(43) Welche wirtschaftspolitischen Implikationen haben die Konjunkturtheorien von Wicksell und
Hayek?
Antwort:
- Notenbank muss im Aufschwung die Verzerrung relativer Preise verhindern, also unrentable Produktionsumwege verhindern.
- Verbesserung der Informationslage über den Gleichgewichtszins und künftige Inflationsgefahr
- Vermeidung einer ausufernden Expasionspolitik
(44) Wie kann es bei Keynes dazu kommen, dass dauerhaft S>I gilt?
- Keynes begründet Konjunktur nicht mit Fehlentwicklungen sondern aus der Natur des Systems
- in VW ist die Nachfrage nicht so hoch wie das Produktionspotential, daher gilt dauerhaft S>I.
- Bei Knappheit gilt folglich S beachte:
- ohne übergeordnete staatliche Aktionen kann ein wirtsch. und gesell. Gleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt nicht realisiert werden
(45) Welche wirtschaftspolitische Implikationen wurden aus der keynesianischen Theorie
abgeleitet?
Antwort:
- staatliches deficit spending: fülle die Gesamtnachfrage von staatlicher Seite auf (aber: vrowding out und höhere Schuldenlast für künftige Generationen)
- Umverteilung von reichen Rentiers zu ärmeren (konsumfreudigeren) BevölkSchichten
- beggar-thy-neighbour-policy: Arbeitslosigkeit in andere VW auslagern (aber: konfiktionäre Sicht der internationalen Arbeitsteilung)
(46) Wie wirkt eine Ausweitung der Geldmenge kurz- und langfristig auf die Wirtschaft eines
Landes? Erklären Sie, warum bei einer Leitzinssenkung durch die Zentralbank oft die
Aktienkurse steigen.
Antowrt:
kurzfristige Wirkung der Ausweitung: Zins sinkt ::> mehr Konsum und mehr Investition
langfristige Wirkung der Ausweitung: steigende Preise (wegen höherer Nachfrage) und Inflation
- wird der Leitzins gesenkt, sinken die Finanzierungskosten der Unternehmen
- mehr Gewinne können eingefahren werden, dieses positive Signal macht sich an der Börse bemerkbar
- Leitzinssenkung heizt auch Konsum an, lässt die Geldmenge ansteigen, führt damit aber auch zur Abwertung der inländ Währung
- Exporte steigen und Importe nehmen ab, es kommt zum Kapitalabfluss!
(47) Welchen Zusammenhang geben die Phillipskurve und die modifizierte Phillipskurve an.
Antwort:
- originäre PhK: Zusammenhang zw Nominallohnsteigerungen und Arbeitslosigkeit (hohe ArbLoskeit -> geringe Lohnsteigerungen vice versa)
- modifizierte PhK: Zusammenhang zwischen Inflation und Beschäftigung (Besteht ein Zielkonflikt zw Geldwertstabilität und Beschäftigung? ..> JA
(48) Welche wirtschaftspolitische Empfehlung wurde aus der modifizierten Phillipskurve
abgeleitet. Wie beurteilen Sie diesen Ansatz?
Antwort:
- wenn Arbeitslosigkeit reduziert werden soll, muss eine höhere Inflation zugelassen werden und umgekehrt!
- Inflation ist gerade ein Treiber für wirtsch. Abschwung: steigt die Geldmenge schneller als das reale Sozialprodukt steigt auch das Preisniveau
- Preissteigerungen führen Lohnanstiegsforderungen sowie höhere Zinserwartungen (als INflationsaufgleich) nach sich
- Investitionen sind dann wieder rückläufiger
- die entstehende Unsicherheit und Volatilität ist hemmend.
- besser scheint daher: Geldwertstabilität
(49) Nennen Sie Gründe, die für Preisstabilität sprechen.
- optimale Ressourcenallokation (Preissignale werden nicht verzerrt)
- Sicherheit für Sparer und Gläubiger (Geld als Wertaufbewahrungsmittel ist sichergestellt), Flucht in ausländ. Währungen nicht nötig, höheres Kapitalangebot auf Markt, keine Fluct in Sachwerte, keine Risikozuschläge auf Zinsen
- psychologischer Effekt: Vertrauen in stabile Währung fördert mehr Investitionen, internationale Kapitalzuflüsse können gesichert werden
(50) Nennen Sie die Fishersche Verkehrsgleichung. Worin besteht ihre zentrale Aussage?
Antwort:
- M*V = P*Y
M: von der Zentralbank festgesetzte Geldmenge
V: Umlaufgeschwindigkeit des Geldes (kurzfristig ist V= const)
P: Preisniveau
Y: Output
- modelliert den Zusammenhang zw. Geldmenge, Geldnachfrage und Inflation
- Unter der Voraussetzung das V kurzfristig konstant bleibt, bleibt das Preisniveau stabil, wenn die Geldmenge entsprechend dem realen Sozialprodukt wächst:
∆M/M = ∆Yr/ Yr → Geldwertstbilität
∆M/M > ∆Yr/ Yr → Inflation
∆M/M < ∆Yr/ Yr → Deflation
(51) Warum ist die Unabhängigkeit der Zentralbank als eine wesentliche Voraussetzung stabilen
Geldes zu betrachten?
Antowtr:
- Unabhängigkeit stellt sicher, dass Politiker kurzfristige Wachstumsziele nicht über langfristiges Wachstum (also Preisstabilität) stellen
- Preisstabilität ist oberstes Ziel der EZB
- Staatsfinanzierung über INflation wird ausgeschlossen, EZB/dt. BdBank handelt autark und nutzt alle ihr zur Verfügung stehenden Informationen
::>populistische Entscheidungen werden ausgeschlossen
(52) Erläutern Sie den Zentralbanktypus der Bundesbank. Warum hat er sich in Europa als Modell
für die Europäische Zentralbank durchgesetzt?
- die Bundesbank ist eine von politischen Weisungen losgelöste Bank
- Preisniveaustabilität ist oberstes Ziel, alle anderen Ziele sind diesem untergeordnet und dürfen nur bei bestehender PNS verfolgt werden
- in den 50/60ern stand die Fiskalpolitik unter Dienst von Wachstum und niedriger ArbLoskeit (Keynes)
- 70er: expansive Geldpolitik kann Arbeitslosigkeit nur kurzfristig senken - langfristig steigt Inflation und ArbLoskeit
::> Einsicht, dass Fiskalpolitik langfristiges Wachstum sichern muss
- Dtld bestand in den EWU Verhandlungen massiv auf Beibehaltung des dt. Modells (Krönungstheorie)
(53) Was bedeutet 'Beggar-thy-neighbour'-Policy?
- Ausweitung der Geldmenge führt zur Abwertung und zur Stimulierung der Exporte auf Kosten des Auslandes
- Wirkunsgkette: M�↑ → i�↓ → i$ > i� →KapEx�↑ → N$↑, A�↑ → x�/1$↑ → EX�↑
- Geldmenge im Euroraum steigt → Zinssatz im Euroraum sinkt → Zinssatz im Euroraum ist kleiner als im Dollarraum → Kapitalexport vom Euroraum nimmt zu → Nachfrage nach Dollar und Angebot an Euros steigt → Wechselkurs des Euros zum Dollar steigt → Export aus dem Euroraum steigt
(54) Nennen Sie die Bestandteile der Zahlungsbilanz. Was bedeutet "Spiegelbildlichkeit" von
Leistungs- und Kapitalbilanz? Was sind "globale Ungleichgewichte"?
- Bestandteile:
LB - Leistungsbilanz(Summe aller Im- und Exporte von Gütern & Dienstleistungen) KB - Kapitalbilanz(Summe aller privaten Kapital und Finanztransaktionen mit dem Rest der Welt); KB>0 Kpitalabfluss, KB<0 Kapitalzufluss DB - Devisenbilanz(mengen und wertmäßige Veränderung der Forderung und Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland) RP - Restposten(Ausgleichsposten wegen ungenauer Datenerhebung) es gilt LB+KB+DB+RP = 0.
- Spiegelbildlichkeit:
- Leistungsbilanzüberschüsse sind die Leistungsbilanzdefizite eines anderen - innerhalb der ZB spiegelt sich die Entwicklung der LB in der Entwicklung der Kapitalströme wieder
(55) Warum regiert die Kapitalbilanz die Handelsbilanz?
- "Die Kapitalbilanz regiert die Handelsbilanz." Wer Defizite oder
Überschüsse in der Handelsbilanz verhindern oder umkehren will, muß an der
Kapitalbilanz bzw. an den ökonomischen Variablen ansetzen, die auf die Kapitalbilanz
einwirken (Sparen, Investieren, Staatshaushalte, Geldpolitik).
Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage aggregiert sich aus Konsumnachfrage und Investitionsnachfrage, wobei die Investitionsnachfrage stark variieren kann, während die Konsumnachfrage verhältnismässig stabil ist. Dahinter stehen Investitionsentscheidungen, die wiederum von der Standortattraktivität abhängen. Der Kapitalbilanzsaldo reflektiert also die Summe der Investitionsentscheidungen.
Investitionenbeeinflussen in letzter Instanz auch die Handelsbilanz.
(56) Erklären Sie drei Arten von festen Wechselkurssystemen?
- tja wie man die Frage auch versteht, streng genommen ist nur eine: ja/nein Antwort zulässig.
- Currency Board: ein Land verpflichtet sich einseitig, die Inlandswährung zu einem festen Wechselkurs gegen eine bestimmte ausländische Währung umzutauschen, wobei die Beschränkung der Geldpolitik per Gesetz oder Verfassung festgelegt wird und somit eine Veränderung des Wechselkurses ausgeschlossen ist
- Wechselkurssicherung durch Intervention der Zentralbank am Devisenmarkt. Bei Aufwertungsdruck muss die Notenbank eigene Währung verkaufen und fremde Währung aufkaufen
- Währungsunion: Der Extremfall! (Euroraum)
- Bindung des Wechselkurses an eine Einzelwährung oder Währungskorb mit fester Parität (Leitkurs und Bandbreite): erlaubte Schwankung 1% um den Währungskorb, ansonsten Internvention der Notenbank
- Übernahme einer fremden Währung: bspw. Equador. ABlösung des Sucre durch den Dollar.
- crawling peg: der Wechselkurs wird in kleinen,regelmäßigen, vorher bekannt gegebenen Schritten durch die Notenbank angepasst. Als Kennzeichen kann dienen: Divergenz der Inflationsraten zwischen Inland und Ausland)
- adjusted peg: der Wechselkurs wird in kleinen, UNregelmäßigen, vorher bekannt gegebenen Schritten durch die Notenbakn angepasst.
(57) Zeigen Sie anhand von Wirkungsketten den Interventionsmechanismus bei festen
Wechselkursen.
- Steigende Geldemenge im Euroland:
M�↑ → i�↓ → iEE > i� →ExKap�↑ → NEE↑, A�↑ → xKronen/1� ↓
Intervention der estnischen Kapitalbank:
N�↑, AEE↑ → xKronen/1�↕ → Res�↑, MEE↑
::>Der feste Wechselkurs zwingt zur gleichgerichteten Geldpolitik
- Sinkende Geldmenge im Euroland:
M�↓ → i�↑ → iEE < i� →ImKap�↑ → N�↑, AEE↑ → xKronen/1� ↑
Intervention der estnischen Kapitalbank:
NAA↑, A�↑ → xKronen/1�↕ → Res�↓, MEE↓
::> eine unabhängige Geldpolitik Estlands ist nicht möglich!
(58) Werden die Grenzen zwischen einzelnen Ländern für Güter, Dienstleistungen, Kapital und
Arbeit durchlässiger, so verstärkt sich der Wettbewerb. Erläutern Sie die globalen und
nationalen Wohlfahrtseffekte.
international:
- die ANgebotspalette für Güter und DIenstleistungen verbreitert sich
- Konsequenzen für Anbieter: steigender Wettbewerb erhöht Anpassungsdruck, wettbewerbsfähige Anbieter steigern ihren Absatz; andere gehen konkurs, die Effizienz steigt.
- Konsequenzen für Nachfrager: sinkende Preise und steigende Qualität (seh ich persönlich nicht so ganz aber nugut);steigende Wohlfahrt
- freie Mobilität von Arbeitern ermöglicht bessere Auswahl ::> Effizienz steigt
- internationales Lohnniveau gleicht sich aus: in Hochlohnländern steigt der Konkurrenzdruck (Löhne sinken), in Niedriglohnländern wird Arbeit knapper (Löhne steigen)
- Zinsangleich zwischen Hochzins- und Niedrigzinsländern wg. Arbitragebewegung: effiziente Allokation von Kapital
national
- Lohnniveauveränderung (siehe oben): Hochlohnland (sinkende Löhne), Niedriglohnland (steigende Löhne)
- da höhere Renditen in Niedrigzinsländern: Zufluss von Kapital
- da niedrigere Renditen in Hochzinsländern: Abfluss von Kapital
- bisher als "gesund" geltende Unternehmen können sich als ineffizient herausstellen und bestehen nicht im Konkurrenzdruck (Konkurs)
(59) Eucken betrachtete die Schaffung der Wettbewerbsordnung als bewußte gestalterische
Aufgabe des Staates. Welche konstituierenden Prinzipien sieht Eucken vor?
- Euckens Prinzipien begründen eine Wirtschaftsordnung (vgl. dt. Wirtschaftswunder)
1) funktionierendes Preissystem und vollständige Konkurrenz als ordnungspolitisches Grundprinzip (Wettbewerbsfreiheit (vlg. A.Smith),zielt auf dynamische Effizienz ab)
2) Primat der Währungspolitik (effiziente Allokation und Vermeidung negativer Verteilungswirkungen [stabile Preise],Automatismus um Geldwertstabilität zu gewährleisten)
3) offene Märkte (national und international) (keine Zölle,Kosumentensouveränität)
4) Privateigentum (Profitprivatisierung ist Anreiz, Monopole können ausgenutzt werden, daher Märkte öffnen)
5) Vertragsfreiheit (bei Besitzt auch freie Entscheidungsgewalt darüber!)
6) Haftung (wer den Nutzen hat, muss den Schaden tragen. ABER: too big to fail. mangelnde negative Haftung führt zu Verschwendung)
7) Konstanz der Wirtschaftspolitik (Investition nur dann, wenn Gewinne prognostozierbar)
8) Zusammengehörigkeit der konstituierenden Prinzipien (nur alle Prinzipien sind in einer Einheit wirkungsvoll!)
(60) Welche regulierenden Prinzipen stellt Eucken den konstituierenden Prinzipien zur Seite?
- regulierende Prinzipien halten EUckens Wirtschaftsordnun (sozial) funktionsfähig.
1) Monopolamt (Korrektur von Fehlentwicklungen)
2) Einkommenspolitik (Reichtum und Armut stehen eng beieinander, es muss zum Ausgleich zw. beiden kommen)
3) Korrektur der Wirtschaftsrechnung bei negativen externen Effekten (Korrektur bei Umweltschäden,mangelnder Unfallschutz, Frauen-und Kinderarbeit)
4) Anormales Verhalten des Angebots (race to the bottom verhindern, Eucken sah auch hier ein Umverteilungsbedarf)
(61) Skizzieren Sie die zentralen ordnungspolitischen Entscheidungen im Zuge der Umwandlung
von Zentralverwaltungswirtschaften in Marktwirtschaften.
1) Ordnung durch Nomos (==Gesetzgebung): Konstruktion eines als ideal geltendes Gemeinwesens durch Verfassungs(Gesetz-)geber: Platon,Morus,Marx und Lenin
2) Ordnung durch Physis (==aus der Natur des Menschen heraus): Gemeinwesen wird nach naturrechtlichen Vorstellungen aufgebaut: Aristoteles (Unversehrtheit der Person,Recht auf Familie,Recht auf EIgentum)
3) trial and error (ökonomische Aspekte im Vordergrund): Interaktion von Individuen bildet die Grundlage der Gesellschaftsordnung (wie werden Interessen abgeglichen), keine Staatseingriffe (vgl. A.Smith), Wettbewerb als Entdeckungsverfahren (Hayek)
4) Wettbewerbsordnung als politische Aufgabe: Rahmenordnung durch den STaat (nach Eucken)
erster Grundsatz: wirtschaftliche Machtgruppen auflösen oder deren Funktion begrenzen (==freie Marktwirtschaft) zweiter Grundsatz: Tätigkeit des Staates auf Gestaltung der Ordnungsform beschränken. der Staat hat keine Lenkungsfunktion der Wirtschaft!
(62) Skizzieren Sie unterschiedliche Ordnungsprinzipen für Wirtschaft und Gesellschaft.
- Kapitalismus: Ursprung ist die industrielle Revolution, starker Produktivitätsschub und Zentralisierung der Produktion führte zu Hungerlöhnen und Verelendung
- Ursache: "laisser fair"
- Argumentation für einen Nachtwächterstaat: staatliche Eingriffe (Steuern o.ä.) gingen zulasten der Arbeiter, womit noch mehr ArbLosigkeit/Verelendung entstehen würde
eine Umverteilung würde Geburtenraten ansteigen lassen, womit ,bei Gültigkeit des Ertraggesetzes, das Ernährungsproblem verschärft würde- Kennezichnung: vollständig freie Märkte, keine Intervention des Staates, keine garantierte soziale Sicherung
- Marx erkannt den Ursache-Wirkungs-Zusammenhang: Die Verelendung führt zur Revolution der Arbeiterklasse ("Qualität statt Quantität")
- Kommunismus: Ursache der Verelendung ist das kapitalistische System an sich; Marx spricht vom genossenschaftlichen Eigentum; Proletariat steht nicht unter kapital. Gesetzmäßigkeiten;
- Kennzeichnung: vollständige Marktregulierung durch den Staat, keine freien Märkte (außer Schwarzmärkte). Planungsbedarf von Konsumpräferenzen (idr sehr schwierig::> 1,2,5 Jahrespläne)
Soziale Sicherung war durch staatliche Regulierung fester Bestandteil des Systems.::>Es konnte tatsächlich eine Wohlstandssteigerung durch Proiduktivitätserhöhung erreicht werden, was auch ärmere Gesell.schichten positiv war. Die allgemeine Beschäftigung stieg.
Jedoch kränkeln marxistische Systeme an Anreiz- und Effizienzproblemen. Bisher scheiterten sie an der "wirtschaftlichen Realität".
- Eucken und Erhard führten beide Ansätze in einen intelligenten Ordnungsrahmen zusammen: soziale Marktwirtschaft
- Staat übernimmt die Aufgabe eines Umverteilers von Wohlstand, wobei unternehmerische Freiheit weiterhin besteht.
- Geldwertstabilität führt auch zu sozialem Wohlstand, daher ist dies ein fester Bestdanteil
(63) Wie würden Sie das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft beschreiben?
- soziale Marktwirtschaft versucht die Elemente des Kapitalismus und des Kommunismus derart zu verbinden, dass die Funktionalität freier Märkte aber auch die soziale Absicherung(Ausgleich) gewahrt bleibt.
(64) Welche Ebenen der Sozialität sind im Konzept der Sozialen Marktwirtschaft zu
unterscheiden? Was ist jeweils gemeint?
- soz. MW wie sie durch Eucken begründet ist besitzt nach Müller-Armack drei Ebenen
(a) die sozialen Konsequenzen des Marktes selbst (Ausrichtung auf Konsumentensouveränität,Gewährleistung von statischer und dynamischer Effizienz,Wahlmöglichkeit (die Freiheit garantiert),Markt erzieht zu Verlässlichkeit)
(b) Sozialität durch Ordnungspolitik (Geldwertstabilität durch unabhängige Notenbank,Monopolvermeidung durch Kartellamt,Betriebsverfassungsgesetz für innerbetrieblichen Ausgleich,Internalisierung negativer externer Effekte)
(c) Sozialität durch interpersonelle Umverteilung (soz.Sicherung von Individuen mit geringem Einkommen,aber: nicht über Eingriff ins Gefüge relativer Preise)
(65) Wie sollten staatliche Umverteilungsmaßnahmen ausgestaltet sein?
- trotz WIrtschaftswachstum sinken die EInkommen privater Haushalte. Globalisierung und techn.Foirtschritt tragen zu Ungleichverteilung der EInkommen bei
- Umverteilungsmaßnahmen werden durch den Ordnungsrahmen der soz. Marktwirtschaft begründet
- Umverteilungsmaßnahmen sind gerecht zu gestalten
- nach Popper ist die Wissenschaft eine werturteilsfreie Darstellung, die Frage was gerecht ist (==wünschenswerter Zustand), kann nur durch gesell.Konsens (Politik) ausgehandelt werden
- beispielhaft seien vier Wohlfahrtsfunktionen genannt
- Eine Wohlfahrtsfunktion ist eine aggregierte Nutzenfunktion zu einer sozialen Indifferenzkurve
- Auf einer Indifferenzkurve sind alle Kombinationen u1 und u2 indifferent, dh ergeben die gleiche soziale WOhlfahrt
(a) Utilitaristische Ethik: Glück der größten Zahl - es existiert keine Umverteilungspräferenz, es wird das höchste Wohlstandniveau gewählt
(b) Nash-Wohlfahrtsfunktion: Ungleichheit soll durch stärkeren Nutzenzuwachs kompensiert werden
(c) MaxMin-Wohlfahrtsfunktion (Rawls): Maximiere den Nutzen des ärmsten Individuums
(d) Egalitätsprinzip: Nur Gleichverteilungen sind gerecht (::> Marxismus)
Egalitätsprinzip kränkelt an Anreizproblematik (wieso sollte ich Leistungsträger sein, wenn Einkommen gleichverteilt sind?)
MaxMin scheint keine echte Alternative, da große relevante Gruppen ausgeschlossen würden.
Nash zielt auf den Nutzen ab, womit sich die Problemstellung verschiebt auf die Frage: was nützt mehr(Überzeugungs-/Glaubensfrage)
Utilitaristische Ethik würde Randgruppen außer Acht lassen.
- zu beachten ist immer: Umverteilung verändert die Bedingungen, wie das BIP erwirtschaftet wird, damit wird die Umverteilug in sich beeinflusst!
(66) Was verstehen Sie unter dem Subsidiaritätsprinzip? Inwiefern können Sozialleitungen als
Kollektivgut interpretiert werden?
- Subsidiarität beschreibt die vorrangige Verantwortung von kleinen Elementen(Kommune) hin zum großen Ganzen (LÄnder, Bund)
- kann eine Verantwortlichkeit nicht von einem kleinen Element übernommen werden, wird sie an die übergeordnete größere Instanz delegiert
- Sozialleistungen sind durch die verfassungsrechtliche Regelung für jeden gleichermaßen zu erbringen, daher auf Bundesebene angesiedelt
- da man niemanden von der Inanspruchnahme der SOzialleistungen ausschließen kann, wird SL als Quasi-Kollektivgut angesehen werden
- Individuen handeln rational und nehmen Sozialleistungen in Anspruch, dabei besteht die Gefahr, dass Tatbestände herbeigeführt werden, die die Inanspruchnahme erst begründen
- Mitnahmeeffekte und sinkende Effizienz (individuelle Fähigkeiten werden in rent seeking aktiviert und nicht in die Problemlösung) sind die Folge
- das Sozialsystem kann so an seine Grenzen stoßen: Leistungsabfall ist die Folge
- werden Staatsleistungen unentgeltlich angeboten, sinkt die Effizienz von Leistungsanietern und -konsumenten
(Bsp: Universitäre Ausbildung, die man über studiengebühren finanzieren muss)
(67) Wie stehen Sie zu der Auffassung von Politikern, dass es hauptsächlich darauf ankäme,Arbeitsplätze zu erhalten?
mM muss bei der Frage, Arbeitsplätze zu retten, die Folgen der Masse der Arbeitslosigkeit betrachtet werden, als auch die Bewertung ob eine "Umschichtung" der Arbeitskraft möglich scheint.
Betrachtet man den Bundeshaushalt von 2007, sind Sozialabgaben mit 51% der größte Anteil. Dieser würde bei Massenentlassungen weiter steigen. Für Betroffene ist es rational die Leistungen des Staates in Anspruch zu nehmen.
Um den Druck auf die Sozialkassen zu reduzieren scheint es vernünftig Arbeitsplätze zu retten. Auch aus demographischer Sicht scheint es vernünftig: Die wegfallenden Sozialabgaben aus Gehältern und Löhnen stützen auch das Rentensystem.
Fallen die Leistungsträger weg belasten nicht nur die "Neuarbeitslosen" die Harz-4-kasse, auch die laufenden Rentenzahlungen an sich stehen unter Druck. Die Belastung steigt also überproportional.
Wegfallende Arbeitsplätze sind aber auch durch Ineffiziente Strukturen in Unternehmen begründet. Wirtschaftlich macht es keinen Sinn ineffiziente Unternehmen künstlich am Leben zu halten (dh Subventionierung/Kredite o.ä. die kurzfristig Arbeitsplätze sichern::Holzmann,Opel).
Ressourcen sind in ineffizienten Sektoren gebunden, für dynamische Sektoren stehen weniger Ressourcen zur Verfügung als ggf. benötigt.
Argumentiert man bei Personalfreisetzung mit Innovation, kann langfristig eine Peronalbindung entstehen, da Innovationen oftmals mit Expansion verbunden ist. (vgl. Frage führt Innovation zu ArbLosigkeit)
Die Sicherung von Arbeitsplätzen allein ist keines Falles Hauptaufgabe ("hauptsächlich") des STaates. (Vgl. Euckens zweite Grundprinzip!)
Die Standortattraktivität jedoch kann der Staat beeinflussen, damit Firmen sich einerseits ansiedeln oder bestehende Produktionsstrukturen ausbauen (investieren).
Steigende Standortattraktivität hat auch Beschäftigungsbedarf zur Folge. Damit sinkt die Arbeitslosigkeit.
(68) Wie beurteilen Sie die These, dass die hohe Arbeitslosigkeit mit dem technischen Fortschritt
zu begründen ist.
blablablabla naaagnagnaganag blubberdiblubb
oder siehe Frage 12 =)
(69) Grenzen Sie die statische Wettbewerbstheorie von der evolutorischen Wettbewerbstheorie ab.
statische Wettbewerbstheorie:
- Ein Monopol führt zu höheren Preisen, geringer Marktversorgung und Wohlfahrtsverlusten
- nur ein Teil der verringerten Konsumentenrente wird in Produzentenrente umgewandelt
- Ziel: Monopole vermeiden
evolutorische Wettbewerbstheorie:
- nach Hayek ist Wettbewerb ein Such- und Entdeckungsverfahren
- Diffusion von Wissen erfolgt über den Preismechanismus und führt somit zur Überwindung von Knappheiten
(70) Was bedeutet Wettbewerb als Entdeckungsverfahren?
blablablabla naaagnagnaganag blubberdiblubb
(71) Welche Leitbilder der Wettbewerbstheorie gibt es? Was besagen sie?
- Vollständige (atomistische) Konkurrenz: Idealbild des Wettbewerbs: freier Marktzugang, viele Nachrager, viele Anbieter, Markttransparenz
kurzfristige Monopole durch Innovation bleiben unberücksichtigt, vollst.Konkurrenz verhindert Nutzung von Skalenerträgen in Großetrieben
- Wettbewerbsfreiheit: sie liegt dann vor, wenn das Verhältnis zweier Freiheitsgrade nicht unverhältnismäßig groß ist.
Nach Hoppmann ist Wettbewerb ein dynaischer und evolutorischer Prozess der Innovation,Imitation und Entdeckunsverfahren, bei dem unterlegene Problemlösungen vom Markt verschwinden
- in der Realität gibt es keine vollständige Konkurrenz
- reale Marktverhältnisse werden über Marktstruktur-MVerhaltens-MErgebnis-Ansatz ermittelt
- empirische Tests zeigen, ob die Marktversorgung optimal ist
- sind bestimmte Werte überschitten, sollte der Staat intervenieren
- Katzebach sieht für reale Märkte weite Oligopole, mäßige Markttransparenz und mäßige Produktdifferenzierung als Optimalzustand an
(72) Erläutern Sie den gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrtseffekt bei reaktiver und aktiver
Industriepolitik.
(73) Nennen Sie die wichtigsten Instrumente der Wettbewerbspolitik und erläutern Sie sie.
...
(81) Wie bewerten Sie die These, dass der Merkantilismus auch heute noch lebendig ist?
- stimmt teils teils
- es dürfen Rohstoffe exportiert werden
- keine Importbegrenzung für Fertigwaren
- Außenhandel ist kein Nullsummenspiel, der gesamtwirtschaftliche Nutzen kann maximiert werden
- Exportförderung durch Subventionierung (deutscher Agrarsektor), da sonst das deutsche Getreide nicht konkurrenzfähig wär
- diese protektionistische Maßnahme wird u.a. wegen Arbeitsplätzen in Deutschland, aber auch um unabhängiger von anderen Ländern zu sein, gemacht
- obwohl es günstiger wäre Getreide zu importieren -> gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt könnte höher sein
(82) Wie bewerten Sie den "Buy American" Aufruf von Präsident Obama?
- Protektionismus gefährlich, weil:
- WTO warnt vor Gefahr von Handelskriegen
- Analogie zum Hawley-Smooth Gesetz (1930): Zollerhöhungen seitens der USA -> andere Länder reagierten mit gleichen Mitteln -> Welthandel schrumpfte von 1929-1933 um zwei Drittel
- Gefahr von Interventionsspiralen (Opel -> BMW, VW,...)
- Protektionismus: politischer Aktionismus um Wähler zu beruhigen, dass (scheinbar) heimische Arbeitsplätze gesichert werden
- Unternehmen werden schlecht, satt und faul, wenn sie keine Konkurrenz mehr haben und der Kunde verliert
- offene Länder sind im Schnitt reicher, wachsen schneller und haben weniger Armut als geschlossene
(83) Denken Sie, dass es mit der gegenwärtigen Wirtschaftskrise zu einer Einschränkung des Freihandels kommen wird? Was wären die Konsequenzen?
teilweise, weil:
- andere Länder lassen Obamas "Buy American" in seiner strengen Form nicht durchgehen, weil er damit gegen internationale Abkommen verstößt
- innerhalb der EU sicherlich auch negative Auswirkungen der Wirtschaftkrise, aber wenn die EU bei protektionistischen Maßnahmen der Mitgliedstaaten ablehnend eingreift, dann dürfte es nicht zu Einschränkungen des Freihandels, zumindest innerhalb der EU, kommen
- Rückgang des globalen Handelsvolumens
- Gefahr von Interventionsspiralen (Opel -> BMW, VW,...)
- Protektionismus: politischer Aktionismus um Wähler zu beruhigen, dass (scheinbar) heimische Arbeitsplätze gesichert werden
- Unternehmen werden schlecht, satt und faul, wenn sie keine Konkurrenz mehr haben und der Kunde verliert
- offene Länder sind im Schnitt reicher, wachsen schneller und haben weniger Armut als geschlossene
(84) Denken Sie, dass die gegenwärtigen Konjunkturpakete die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie erhöhen können?
ja, weil:
- Investitionen in Schulen und Hochschulen ermöglichen den Nachschub an hochqualifizierten Fachkräften
- Steuererleichterungen
- 100� für jedes Kind und Abwrackprämie können den Konsum anregen und damit der Industrie zu Gute kommen
- Erweiterung der Möglichkeiten zur bundesgedeckten Exportfinanzierung
- das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) wird um 450 Millionen Euro jährlich aufgestockt
- bessere Kreditkonditionen
- Kurzarbeit wird attraktiv gemacht
(85) Diskutieren Sie die kurz- und langfristigen Auswirkungen der derzeitigen Finanzpolitik.
kurzfristig:
- Beschäftigungseffekte
- Konsum anregen
- Verschlimmerung verhindern
- Sicherheiten schaffen
- Schulden -> die "Steuern von Morgen" gefährden das zukünftige Wachstum
- die Schulden können den Handlungsspielraum für zukünftige Krisen einschränken
(86) Denken Sie, dass die gegenwärtige Krise auf Staats- oder Marktversagen zurückzuführen ist?
- beides
- strengere Regulierungen auf den Finanz- und Kreditmärkten sind notwendig, damit es mehr Sicherheiten gibt (z.B. bei der Kreditvergabe)
- die gegenwärtige Krise ist nicht die einzige und erste, man hätte die Zeichen erkennen müssen bzw. ernst nehmen müssen
- Ratingagenturen haben versagt
- die Banken haben sich blind darauf verlassen + Profitgier
(87) Grenzen Sie klassische Arbeitslosigkeit von keynesianischer Arbeitslosigkeit ab. Was ist die entsprechende wirtschaftspolitische Therapie gegen Arbeitslosigkeit?
klassische AL:
- dauerhafte, unfreiwillige AL in einer freien Gesellschaft nicht möglich
- real nicht zu leugnende AL entsteht durch staatliche Marktbeschränkungen
- der Preismechanismus gilt als Ausgleich auch auf dem Arbeitsmarkt
- bei einem Überangebot müsste an Arbeitskräften der Lohn so lange sinken, bis die Nachfrage nach Arbeitskräften zugenommen hat, das heißt bis Angebot und Nachfrage übereinstimmen
- Therapie:
- allgemein: dem Markt freien Lauf lassen, keine staatlichen Eingriffe
- Abbau von Lohn-Rigiditäten und Arbeitsmarktregulierungen
- Flexibilität der Arbeitszeit: mit Verkürzungen bei schlechter und Verlängerungen bei guter Auftragslage
- Öffnungsklauseln in Tarifverträgen
- Ursache für AL mangelnde Nachfrage
- Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind nicht nur als Kosten der Einzelunternehmer zu sehen, sondern wirken auch als Kaufkraft
- die Forderung nach geringeren Löhnen stellt eine Reduzierung der realen Kaufkraft der Massenkaufkraft dar
- Therapie:
- antizyklische Fiskalpolitik -> Steuerung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage ->Zusätzliche Ausgaben schaffen zusätzliches Einkommen, das teilweise wieder konsumiert wird
(88) Welches Entscheidungsdilemma hat die Geldpolitik bei temporären Angebotsschocks? Wie begegnet die EZB diesem Dilemma?
- bei temporären Schocks besteht ein Zielkonflikt zwischen der Stabilisierung des Arbeitsmarktes und dem Inflationsziel
- in dieser Situation wäre es gesellschaftlich wünschenswert, dass die schockbedingte Inflation zugelassen wird
- um temporäre Variationen der Inflationsrate zuzulassen, verfolgt die EZB ein mittelfristiges Inflationsziel
- durch das Versprechen mittelfristig Preisniveaustabilität zu garantieren, setzt die EZB einen nominalen Anker für die Bildung von Inflationserwartungen
(89) Schätzen Sie die kurz-, mittel- und langfristige Inflationsgefahr ein. Welche Argumente können für deflatorische-, welche für inflatorische Tendenzen hervorgebracht werden?
kurzfristig:
- nein, wegen Absatzkrise bei Unternehmen und steigender Arbeitslosigkeit -> es ist ehr eine Deflation wahrscheinlich
- es besteht eine Inflationsgefahr, da sehr viel Geld für die Rettung der Wirtschaft in selbige investiert wurde
- sehr große Gefahr, wenn die Liquidität nicht wieder aus den Märkten gezogen wird
- Zentralbanken sind in der Lage die zusätzlich bereitgestellte Liquidität wieder zu absorbieren
- Inflationsgefahr droht nicht, da Liquidität nicht in den Realsektor weitergegeben wird
- Inflationsgefahr entsteht nur bei steigender Nachfrage, die es zur Zeit nicht gibt
- niedrige Zinsen und Geldmengenausweitung erhalten Fehlinvestitionen der Vergangenheit am Leben
- die Krise wird aufgeschoben und der Boden neuer Blasen geschaffen
- politischer Widerstand verhindert Absorption der zusätzlichen Liquidität in der Zukunft
(90) Denken Sie, dass die Geldpolitik ein stärkeres Augenmerk auf Vermögenspreise (z.B. Aktien und Immobilienpreise) richten sollte?
nein, weil:
- der Markt durch Eingriffe sich nicht mehr nach Angebot und Nachfrage richten würde
- es wurden zwar aufgrund überbewerteter Immobilien Kredite vergeben, die dann letztendlich nicht zurückgezahlt werden konnten, aber das hat ja nix mit der Geldpolitik zu tun
- die Verantwortlichen hätten den Wert der Immobilien richtig einschätzen müssen
- die Einführung von Liquiditätspuffern oder strengeren Kreditvergaberichtlinien wäre eine Möglichkeit
- Aktien besitzten eine viel zu starke Volatilität, die keiner realwirtschaftlichen Grundlage entsprechen.
- Bsp hat der Aktienmarkt nach dEN Anschlägen des 09/11 mit enormen Kursastiegen reagiert, also verteuerungsrate. Für die Geldpolitik sind ansteigende Preise Indikator für Inflation, womit die Geldmenge eingegrenzt werden muss
- Folge: Zinsanstieg. Da die realwirtsc haftliche Lage aber keine inflationären Signale liefert, würde kontraproduktive Geldpolitik betrieben werden