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bleep
[[bleep]] last edit on Nov 24, 2005 10:40 AM by Anonymous

What The Bleep Do We Know!?
Ein Film zeigt, wo Naturwissenschaft ans Spirituelle rührt
Sind wir alle werdende Götter?

Der Ausgangspunkt: "Wir sitzen fest in falschen Paradigmen. Man dachte lange, die Erde sei eine Scheibe, dabei ist sie rund. Fast alle früheren Annahmen sind widerlegt - wieso sollte sich das ändern?" Was folgt im Dokumentarfilm "What The Bleep Do We Know!?", der am Dienstag im Delphi Premiere hatte, sprengt gängige Denkmuster.

Die Regisseure William Arntz und Betsy Chasse haben anerkannte amerikanische Quantenphysiker und Hirnforscher besucht, die ihre Erkenntnisse zum menschlichen Sein entfalten, wohl dosiert und veranschaulicht in Spiel- und Animationsszenen, und irgendwann rühren sie ans Spirituelle.

Die Kernthesen? Erstens: Es gibt keine feste Materie, Partikel, die kleinsten Teilchen, wechseln ständig den Ort. Ergo: "Auf der subatomaren Ebene sind du und ich eins." Zweitens: "Wir nehmen die Verhältnisse als gegeben und denken, wir könnten sie nicht beeinflussen, dabei ist es umgekehrt: Wir sind gegeben und können die Verhältnisse formen." Versuche mit Wasser haben gezeigt: Strukturlos angeordnete Wassermoleküle bilden ein Muster, wenn menschlicher Geist, etwa der Segen eines Priesters, auf sie einwirkt - und der Mensch besteht zu 90 Prozent aus Wasser. Ergo: Der Mensch kann sich und seine Welt bewusst gestalten - "wer sich alt fühlt, wirkt alt".

Drittens: Wir sind süchtig nach Emotionen, die an Erfahrungen gekoppelt sind, die unser Gehirn in neuronalen Verbindungen gespeichert hat, auch Leiden oder eine Opferrolle, um Aufmerksamkeit zu erheischen, "weil uns niemand beigebracht hat, Schöneres zu träumen. (. . .) Die meisten geben ihre Wünsche auf und werden mittelmäßig." Die Lösung: Vom Bisherigen lassen, das neuronale Netz bewusst umpolen, das Leben ändern - "schwer, aber machbar".

Fazit: Wir können uns und unsere Realität selbst erschaffen - "jeder ist ein im Entstehen begriffener Gott", "Gott ist ein Platzhalter für unsere Welterfahrung, die transzendent und erhaben ist."

Die Wissenschaftler leuchten förmlich, auch wenn Belege nur angerissen werden: Dieser Film gibt (viel) zu denken. Die Visualisierung des Gesagten indes würde in ihrer unterkühlten Ästhetik eher zum Image-Film eines Pharma-Unternehmens passen. Manches wird gut veranschaulicht, etwa die Vorgänge im Gehirn, oft aber wird man von effektbeladenen Bildern geradezu bombardiert, die eher irritieren denn das Mitdenken befördern. Die Macher setzen auf Alltagsmotive und sind so jeder religiösen oder esoterischen Zuordnung entgangen, der meditativen Grundaussagen des Films aber werden sie nicht gerecht.

Nach der Premiere im Delphi stellt sich Bärbel Mohr, Autorin des Wunscherfüllungs-Ratgebers "Bestellungen beim Universum". Sie darf sich wissenschaftlich bestätigt fühlen und plädiert für Offenheit: Ein Zwilling im Bauch der Mutter stellt sich die Helligkeit nach der Geburt vor, dass er laufen und essen wird, während der andere alles anzweifelt und auf dem Status quo im Mutterleib beharrt. "Es gibt keinen freien Willen", glaubt Mohr, "jedes Resultat entspricht unserer inneren Einstellung - aber wir sind frei, Letztere zu ändern." Es gehe nicht darum, Negatives zu überdecken, sondern "Gedanken bewusst zu wiederholen, bis sie Emotionen und schließlich Glaubenssätze werden."

Der Stuttgarter Filmemacher Udo Grube kam als Produzent des Films "Der Ring des Buddha" in Kontakt mit fernöstlicher Philosophie - nun bringt er "Bleep" ins Kino. "Da deckt sich vieles mit dem Buddhismus", sagt er, der einige böse E-Mails bekommen hat. "Es gibt Kräfte, die nicht wollen, dass die Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen", glaubt Grube. "Wenn sie begreifen, dass sie selbst etwas bewegen können, dann wird sich vieles ändern. Wir müssen zu einem globalen Denken kommen, das niemanden ausschließt. Viele fragen sich doch: Muss das alles so sein?"

Eben nicht, sagt der Film, und Udo Grube fordert: "Glaube nicht alles, was gesagt wird, prüfe es, fühle, ob es für dich stimmt - da fängt deine eigene Wahrheit an!"

Wir sind die Schöpfer unserer selbst und unserer Welt, glauben Quantenphysiker und Hirnforscher, deren bisweilen unglaubliche Theorien in dem Dokumentarfilm "What The Bleep Do We Know!?" auf leicht nachvollziehbare Weise erklärt werden.
Informationen zum Film gibt"s im Internet unter: www.bleep.de

VON BERND HAASIS

fnord