thesen
[[thesen]] last edit on May 24, 2006 8:06 PM by gunter

Thesen



Alltag


Wir müssen uns von den linken Antisekundärtugenden frei machen:Unpünktlichkeit, Schlamperei und Dreck bringen uns der Utopie nicht näher!

Wirtschaft



Ökologie und Kapitalismus sind nicht vereinbar (z.B.Wachstums und Expanisonszwang, Falsche Zielgröße, Externalisierung von Kosten, Reformierbarkeit ist eine Illusion).

Es gibt ein Alternativbetriebsdilemma:Alternativbetriebe sind über ihre Einbindung in den Markt verurteilt sich:
  • anzupassen und im bestehenden aufzugehen (bsp. Biobranche)
  • in der Nische zu bleiben (linke Buchläden vor Amazon)
  • oder unterzugehen


Richtiges Leben im Falschen




Bisherige Erfahrungen in Kommunen/Lebensgemeinschaften/Wohn- Arbeitsprojekten



Drei Dimensionen prägen die Art und Weise, wie menschliches Zusammenleben abseits von der "normalen Kleinfamilie" funktioniert: Der Grad der ökonomischen Vergemeinschaftung, der Grad der räumlichen Konzentration und die Bedeutung emotionaler Nähe. In eine


m Würfel dargestellt, lassen sich verschiedene Formen von Alternativprojekten im Rahmen der drei Dimensionen anordnen.
Auffällig ist dabei, dass unterschiedlich viele "Schritte weg vom Normalzustand" erforderlich sind, um sich einem der Projekttypen anzuschließen; gerade Kommunen erfordern eine besonders weitreichende Abkehr vom Bisherigen. Dies erklärt auch, warum sie si


ch was ihr gesellschaftspolitisches und gesellschaftsveränderndes Potenzial angeht, nicht als erfolgreich erwiesen. Die strikte Trennung zwischen "innen" und "außen" setzt sehr viel voraus; kleine Schritte hin zur Integration sind nur schwer möglich.
Die Erfahrungen bisheriger Projekte haben uns beeinflusst, um für die Solidarität GmbH einen bestimmten Platz innerhalb des Würfels zu wählen.
Hier sind einzelne Thesen, Überlegungen und offene Fragen zu den drei Dimensionen:

Räumliche Konzentration


- Nähe erleichtert spontane Vereinbarungen, Änderungen von Vereinbarungen und Kommunikation; gleichzeitig hilft sie, die Herausbildung intransparenter Strukturen (Klüngel etc.) zu vermeiden.
- Eine gemeinsame Nutzung von Ressourcen wird möglich (Werkstatt, Maschinen, Werkzeuge, Kinderbetreeung, Bibliothek, Küche, Lager)
- Mindestens bedarf es einer Clusterstruktur, d.h. einer räumlichen Konzentration an einem Ort, mit integrierten Randbereichen. Ein deutliches Zentrum, größeres Gebäude etc. sind daher nötig.

Ökonomische Vergemeinschaftung



Emotional/Rational


-Hohe Bedeutung emotionaler Nähe in Wohn- und Kommuneprojekten erzwingt eine Gruppengröße von gerade mal 5-25 Personen, in Ausnahmefällen evtl. 40-50.
-Für die Solidarität GmbH geht es nicht darum, dass untereinander keine emotionale Nähe besteht; sie soll nur nicht der "soziale Kitt" sein, der für die wechselseitige Kooperation verantwortlich ist.
-Emotionale Nähe bleibt aber ein wichtiger Faktor, um Leute zu motivieren, bei der Solidarität GmbH mitzumachen. Freiheit/Freie Vereinbarungen sind aber eine Vorbedingung damit ehrliche emotionale Nähe entstehen kann; Nähe darf nicht zum Zwang werden. Zum




Zwang wurde/wird sie aber, wenn sie, wie in vielen Kommuneprojekten, eine notwendige Voraussetzung ist, um miteinander leben und arbeiten zu können. Damit entstehen unausgesprochene emotionale Abhängigkeiten voneinander, die einen freien Umgang mit dem B


eziehungsgeflecht innerhalb einer Gemeinschaft erschweren.
-Nimmt mit weniger Nähe die Solidarität ab? Nicht unbedingt, denn Vereinbarungen entstehen auf der Basis rationaler Erwägungen. Solidarität soll gerade kein "Liebesdienst" sein, sondern auf gemeinsamen Einsichten und gegenseitigem Verständnis beruhen.





-Freie Vereinbarungen sind ein (rational orientiertes) Gegenmodell zur Bindung aufgrund emotionaler Nähe: Vereinbarungen sind lösbar, bei Antipathie einzelner Personen ist es trotzdem möglich, im selben Projekt in getrennten Bereichen zu leben und zu arbeiten.