unsicherheiten
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Nov 15, 2007
11:22 PM
by Anonymous
Workshop zu Sozialer Unsicherheit und Raum
07.12.2007
Frauenstr. 24
Münster
Programm:
15.00-15.30: Die unternehmerische Stadt - Ursachen und Folgen postfordistischer Stadtumstrukturierung
Sebastian Schipper und Michael Keizers, AK Kritische Geographie, Münster
16.15-16.45: Das "Unternehmen" Stadt und seine Randgruppen - Politik der "Unsichtbarmachung" in der polarisierten Stadtgesellschaft?
Ulrich Dowe, Indro e.V., Münster
17.30 - 17.45 Pause
17.45-18.15: Unsicherheitsregime im Neoliberalismus
Niklas Reese, Asienhaus, Universität Bonn
Ankündigung:
"Ich kann die Leute doch nicht erschießen" entgegnete die Hanauer
Oberbürgermeisterin
1996 auf die Beschwerde über das "geschäftsschädigende Verhalten" durch die
Anwesenheit von Obdachlosen. Dabei hat ein Kampf um den öffentlichen Raum
schon längst begonnen.
Auf der einen Seite schaden die Nicht-Angepassten den Geschäftsleuten und
die frei zugänglichen Orte sind nur noch für diejenigen zugänglich, die es
sich leisten können und sich entsprechend verhalten. Auf der anderen Seite
wird der öffentliche Raum von Geschäften okkupiert, Tische und Bestuhlung
von Restaurants, Bars und Cafes verengen den öffentlichen Raum, andere
Sitzgelegenheiten werden abgebaut und unter Stadtmanagement verstehen die
EntwicklerInnen mehr Events, größere Veranstaltungen und bessere
Außendarstellung. Für viele Menschen werden die modernen Innenstädte so zu
NoGo-Areas, weil sie entweder als Obdachlose, DrogenkonsumentInnen oder
Mitglieder von Subkulturen vertrieben werden, oder aber weil sich Familien
und ökonomisch weniger kaufkräftigere Menschen aufgrund der Preise und der
Herrschaftsarchitektur nicht mehr in die Innenstädte trauen. Wenn sie sich
dennoch trauen können sie sich sicher sein, von Augen hinter Videokameras
überwacht und registriert zu werden. Das geht dann soweit, dass unerwünschte
Personen halt des Ortes verwiesen werden. Dieser Ausschluss aus Räumen kann
für viele Personen wie Obdachlose, MigrantInnen und Sozialschwache somit
auch Ausschluss aus dem sozialen, ökonomischen und politischen Leben dieser
Räume bedeuten (Vgl. Mitchell, 1995).
Der Workshop will dabei versuchen die drei Ebenen, lokal (Münster), national
und global zusammen zudenken. Eine Gemeinsamkeit ist sicherlich die
Gouvernementalität des Neoliberalismus, einem der Antreiber dieser
"Aufwertung" und Neuentdeckung der Innenstädte.
"Formales":
Teilnahmebeitrag: 5 ?*
(* an den Kosten soll die Teilnahme nicht scheitern)
Anmeldung per Fax: Asienhaus 0201 / 8303830
oder per mail: michael.reckordt [ÄT] web.de
mehr Infos auf: www.preka.org