anarchismus
[[anarchismus]] last edit on May 14, 2007 2:58 PM by Anonymous

Literatur für die nächste Sitzung


Zusammenfassung des anarchistischen Konsensprinzips nach R. Burnicki.
Abschnitt zu Staat und Gesellschaft im Anarchismus-Band von theorie.org
Bakunins revolutionärer Katechismus, hier vor allem Punkt 9 zur gesellschaftlichen und politischen Organisation

Anarchismus-Seminarplan

Als Ergebnis einer ersten Vorbereitungssitzung würden wir folgende Struktur für das Seminar vorschlagen:

1.Einführung
2.Individuum, Staat und Gesellschaft => Wie wird das Zusammenleben organisiert?
3.Knäste und andere Strafen - Was sind die Alternativen zu Gesetzen?
4.Ökonomische Organisation
5.Geschlechterverhältnisse und Familie
6.Erziehung und Schule im Anarchismus
7.Schlussbetrachtung => Der Weg in die Anarchie

Die wöchentlichen Treffen wollen wir immer abwechselnd zur gemeinsamen Lektüre von (Original-)Texten und zur Diskussion zum jeweiligen Thema nutzen. Falls jemand Literaturvorschläge zu den einzelnen Themen hat, wäre es schön, wenn er diese so bald wie möglich hier aufschreibt, damit wir in der ersten Sitzung gemeinsam Literatur auswählen können.

Als Vorbereitung für die Einführungssitzung würde ich vorschlagen:
- den Band "Anarchismus" aus der Reihe theorie.org, hier insbesondere den Überblick über die wichtigen DenkerInnen des Anarchismus
- Emma Goldmann: Anarchism: What it really stands for, in: Emma Goldmann: Anarchism and other essays

Ich werde versuchen, beide Texte so bald wie möglich als Kopiervorlage zur Verfügung zu stellen, den zweiten hoffentlich auch in einer deutschen Übersetzung.

Update: Das Seminar hat bereits mehrmals stattgefunden und erste Texte zur Einführung wurden gelesen.
Dennoch besteht ohne größere Probleme die Möglichkeit einzusteigen.
Texte bisher waren u.a.:
- der Band "Anarchismus" aus der Reihe theorie.org, hier insbesondere der Überblick
über die wichtigen DenkerInnen des Anarchismus
- Emma Goldmann: Anarchism: What it really stands for, in: Emma Goldmann:
Anarchism and other essays
Sowie erste Informationen über Proudhon und Max Stirner.
Zuletzt (Fr. 4.5.07) Bakunins "Revolutionärer Katechismus": Den Text findet ihr hier.


Anarcho-Bib

Damit wir Zugang zu möglichst vielen Texten bekommen wollen wir an dieser Stelle Texte und Bücher angeben die wir für Interessierte zur Verfügung stellen würden.

Weniger Staat - Mehr Gesellschaft von Rolf Cantzen

Inhalte:
Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis)"Gesellschaftsorganisatorische Alternativen im Anarchismus, Ökonomische Alternativen i.A., Soziale Alternativen i.A., Ökologie und Anarchismus, Anarchistische Theorien und ihre Bedeutung für hochkomplexe Gesellschaften"
Kommentar:
Hab noch nicht viel darin gelesen, kann also noch keine Wertung abgeben.
Von wem:
Luk

Max Stirner: Der Einzige und sein Eigentum
Inhalte:
Der Klappentext:
Max Stirners 1844 veröffentlichtes Hauptwerk untersucht gesellschaftliche Institutionen, Ideologien und Ideale, wie Familie, Moral und Liebe hinsichtlich ihrer realistischen Umsetzung.
Für Stirner sind all diese Ideen in erster Linie Konstrukte, denen der Mensch per se nicht entsprechen kann, was zur Selbstentfremdung führt.
Demgegenüber fordert Stirner die uneingeschränkte selbstmächtigkeit des Einzelnen.
Seine Schrift kann heute als weit über seine Zeit hinausreichendes Plädoyer für die Freiheit des Individuums verstanden werden.
Kommentar:
Habe selber erst angefangen zu lesen. Was sich abzeichnet ist, dass es hierbei nicht um einen Gesellschaftsentwurf geht, sondern um eine Dekonstruktion des politischen Denkens (was nicht viel Gesellschaft übrig lässt) und die Forderung nach der Entwicklung einer EIGENEN Perspektive jedes EINZELNEN.
In diesem Sinne ist (ein positiv verstandener) EGOISMUS das einzig-mögliche Gegenteil von Ideologie.
Von wem:
Dietmar


Auch schön:


von Till

Eine schöne Stelle habe ich bei Tolstoi gefunden, die möchte ich euch nicht vorenthalten. [Tolstoi, Leo (1906): Eines ist Not. Über die Staatsmacht. S. 46ff.]

Man kann nicht, wie die Verteidiger der Regierung es tun, beweisen, dass eine Vernichtung der Regierung ein allgemeines Chaos, allseitigen Raub, Mord, die Vernichtung aller sozialen Unstalten und die Rückkehr der Menschlichkeit zur Barbarei nach sich ziehen würde ... Noch weniger kann man das durch einen Versuch beweisen, da die Frage darin besteht, ob man den Versuch machen oder nicht machen soll. [...]
Wenn jemand infolge seines besseren Wissens die Anforderungen einer Regierung nicht mehr erfüllen kann, keinen Platz mehr unter ihr hat und gleichzeitig des Schutzes der Regierung nicht mehr bedarf, so wird die Frage, ob die Menschen reif genug seien, um die Regierung abzuschaffen, oder ob sie nicht reif genug seien, auf ganz andre Weise entschieden wie bei den Vögeln, die aus den Eiern kriechen, in die sie keine Macht der Welt mehr zurückbringen kann - sie wird nämlich von den Menschen selbst entschieden [...]
"Es ist sehr wohl möglich, dass der Staat früher nötig war und auch jetzt für alle die Zwecke nötig ist, die ihr ihm zuschreibt," sagt ein Mann, der sich die christlichen Lebensanschauungen zu eigen gemacht hat, "ich weiß nur, dass ich einerseits den Staat nicht mehr nötig habe, und dass ich andererseits die Pflichten nicht mehr erfüllen kann, die für die Existenz des Staates nötig sind. Richtet ihr für euch ein, was ihr für euer Leben nötig habt, ich kann weder die Notwendigkeit, noch die Schädlichkeit des Staates für alle Welt beweisen; ich weiß nur, was für mich nötig ist und was nicht nötig ist, was ich kann und was ich nicht kann.
Ich weiß von mir, dass für mich eine Trennung von andern Völkern nicht nötig ist, und deswegen kann ich meine ausschließliche Zugehörigkeit zu irgend einem Volk und Staat und meine Untertanenpflicht gegen irgend eine Regierung nicht anerkennen; ich weiß von mir, dass ich alle diese staatlichen Einrichtungen, die in den einzelnen Staaten getroffen werden, nicht nötig habe, und ich kann deswegen die Leute, die meiner Arbeit bedürfen, ihrer nicht berauben und sie in der Form von Abgaben für überflüssige und, so viel ich weiß, schädliche Einrichtungen hingeben; ich weiß von mir, dass ich weder eine Regierung noch auf Gewalt gegründete Gerichte nötig habe, und deswegen kann ich weder an dem einen noch an dem anderen teilnehmen; ich weiß von mir, dass ich nicht über andre Völker herzufallen brauche, um sie zu töten oder mich mit Waffen in der Hand gegen sie zu verteidigen, und kann deswegen nicht an Kriegen und den Rüstungen zu ihnen teilnehmen.
Es ist sehr wohl möglich, dass es Menschen gibt, die nicht anders können, die alles das für nötig und unbedingt erforderlich halten. Ich kann nicht mit ihnen streiten, ich weiß nur von mir und weiß es unzweifelhaft - dass ich alles das nicht nötig habe..."


Dazu noch ein ganz interessanter Link von mir: Unter www.anarchismus.at (und hier besonders auf den Unterseiten www.anarchismus.at/texte.htm und www.anarchismus.at/theoretiker.htm ) findet ihr ganz viele spannende Texte zum Thema Anarchismus.


von Clarissa

Ich bin mal ein bisschen durchs Netz gesurft und habe u.a. folgende Links gefunden:
www.de.anarchopedia.org -> dort steht alles moegliche ueber Personen, Bewegungen, historische Ereignisse, etc. . Sie schreiben ueber sich selber Die Anarchopedia ist ein offenes Wissensportal für AnarchistInnen, das auf der Wiki-Software basiert. Gemeinsam schreiben und sammeln wir FAQs und Artikel über Anarchie und Anarchismus in Theorie und Praxis. Sie ist das zur Zeit weltweit aktivste internationale anarchistische Netzwerk

www.anderslebenwiki.de.vu -> Selbstbeschreibung :anderslebenwiki ist eine neue frei editierbare Internetplattform, auf der Möglichkeiten für ein selbstorganisiertes und selbstbestimmtes Leben gesammelt und entwickelt werden sollen.
Momentan werden z.B. gerade Informationen für folgende Dinge zusammengetragen: alternative Wohnformen, Umsonstökonomie, Foodcoops, Selbstorganisation -und Selbsthilfe im Alltag, Möglichkeiten selbstbestimmter Arbeit bzw. Alternativen zu Lohnarbeit sowie einer Übersicht, wo Dinge/Material umsonst besorgt werden können.


von Till

Habe mir, ausgehende von so einigen unserer Diskussionen, mal etwas Lektüre besorgt. Jetzt gerade: "Anarchismus. Eine Einführung" aus der Reihe "theorie.org" im Schmetterling Verlag (siehe: www.theorie.org ).
Und habe direkt ein schönes Zität von Proudhon gefunden, das meiner Meinung nach ??hier?? sehr gut hinpasst.
So sagt Proudhon:

"Wir haben nicht die Aufgabe, in unseren Hirnen irgendein soziales System auszuarbeiten und dann Propaganda für dieses zu machen. So kann die Welt nicht reformiert werden. Die Gesellschaft kann nur aus sich selbst heraus verbessert werden, d.h. wir müssen die menschliche Natur in allen ihren Äußerungen, in den Gesetzen, den Religionen, den Sitten, in der politischen Ökonomie studieren, und aus der Masse dieses Materials gilt es dann, das Wesentliche herauszufinden, die Symptome des krankhaften, falschen, unvollständigen auszuscheiden und dann auf der Grundlage dessen, was übrig bleibt, allgemeine Prinzipien zu formulieren, die als Richtschnur für unsere Bestrebungen Verwendung finden können, - eine Arbeit deren Durchführung Jahrhunderte fordert."


von Benno

Hallo ihr Lieben,

hier ein ganz netter Text von Christoph Spehr.
Wie der Titel bzw. die zugrunde liegende Fragestellung vermuten lässt,
ist da auch einiges drin oder zumindest ableitbar, sei es in Sachen Herrschaft,
Beziehungen, Strafe...
Was ich ganz beachtlich finde, ist zum einen seine attraktive Sprache, zum
anderen aber auch die irritiernde Tatsache, dass er - was ja für die Staats-,
Demokratie-, Gesellschaftskritik recht selten ist - über die vernichtende Analyse
hinausgeht und teilweise sehr konkrete Vorschläge macht. Ob die dann so der ganz
große Wurf sind, können wir ja mal gucken; ich glaube, den Anspruch erhebt er
aber auch gar nicht.
Dass er sich mitunter seltsamer Bergrifflichkeiten (wie etwa Starwars und Betrieb)
bedient, lässt sich m.E. zumindest vorübergehend entschuldigen, da er sich damit
fast provokativ vor dem Bilderverbot schützt und wir was zu lesen haben.

Der link bringt Euch zum ganzen Buch, vielleicht genügt erst mal der Spehr-Text.

Gleicher als Andere. Eine Grundlegung der Freien Kooperation.
Zugleich Beantwortung der von der Rosa-Luxemburg-Stiftung gestellten Frage:
"Unter welche Bedingungen sind soziale gleichheit und poliltische Freiheit vereinbar?"

http://www.rosalux.de/cms/fileadmin/rls_uploads/pdfs/texte9.pdf


Zum Thema die "Klassiker" des Anarchismus

(Die Informationen stamen aus dem theorie.org Buch "Anarchie" was auch Till vorgeschlagen hat.)
Die Zusammenfassung (einer Zusammnenfassung) ist natuerlich viel zu oberflächlich und mag dadurch an meinen Stellen sogar Falsch sein. Halt erstmal nur ein grober Ueberblcik, mir hat es auf jeden Fall was gebracht.
Aber, ergaenzt Wissen das ihr habt aus anderen Quellen, damit das Bild vollstaendiger wird. Auch die Einteilung in die Unterkategorien "zur Person", "Werke", etc. kann gerne geändert werden. (und natuerlich meine ganzen Tippfehler, schon doof so ohne korrekturprogramm am Computer :) )

Vorbemerkung: (auch aus dem Buch)

Das Wort Klassiker steht in Anfuehrungszeichen, da es fuer Anarchisten keine verbindlichen Klassiker oder Lehrmeinungen gibt. Sie sidn keien Ikonen, sondern Ideengeber.
Die im folgenden aufgefuehrten Personen sind subjektiv ausgewaehlt worden. Sie sidn nur fuer diehjenigen verbidnloch die sie annerkennen.
Die "Klassiker" haben sich auch nicht nur kluge GEdanken gemacht, sondern haben auch eine Menge Unkorrektheiten begangen (Proudhon mit seiner Frauenfeindlichkeit, Stirner zu antisozial,etc.) Diese Unkorrektheiten sind meist ihrem Zeitgeist geschuldet. Dennoch sind sie nicht akzeptabel. Sie sind offen zu legen und keinesfalls zu verdraengen


William Godwin (1756-1836)

Zur Person:
- stammt aus englischer calvinistischer Dissidentenfamilie
- war Priester

Werke (u.a.):
- "An enquiry Concerning Political Justice, and its influence on General Virtue and Happiness (1793)

Gedanken:
- Godwin lehnt jede Art von Herrschaftssystem -gleich ob monarchistisch, diktatorisch oder demokratisch - ab. Er sagt, dass vielfaeltige Beschraenkungen die Vernuftentfaltung bei den Menschen verhindert. Durch diese erzeugte Unmuendigkeit wird das Privateigentum und der Staat aufrechterhalten, wobei es der Staat ist, der das Privateigentum garantiert.
- Godwins Denken bewegt sich in Absoluten Kategorien: Gut oder Boese, Anarchie oder Despotie.
- Godwin unterscheidet zwischen der sich auf Macht gruendenen Autoritaet und der auf Ehrerbietung und Achtung beruhenden.

Weg zur Veraenderung:
- Godwin sieht den Weg zur Veraenderung in der Erkenntnis der Buerger , dass sie sich in Unmuendigekit befinden und dann gegen die existierende Herrschaft gewaltlos Widerstand leisten. Dieser Widerstandsgeist soll durch radikale oeffentliche Kritik und durch Apelle geweckt werden. Godwin ging es um die Abschuettelung der "aeusseren" aber primaer um die Ueberwindung der "inneren" Zwaenge.
- Er schliesst Gewalt auf dem Weg der Veraenderung aus, aber nicht Zwang. Jeder soll Jeden erziehen. Jeder soll dass "Verhalten und die Gedanken seiner Nachbarn ueberwachen" um bei diesen "Irrtuemer zu korrigieren und anzugeben". Jeder ist der "generalinquisitor des moralischen Verhaltens seiner Nachbarn". ( = Widerspruch zu seiner individualistischen Einstellung!)


Pierre-Joseph Proudhon (1809-1865)

Zur Person:
- kommt aus aermlichen Verhaeltnissen
- Autodidakt, Publizist

Werke (u.a.):
- Was ist Eigentum? (1840)
- Idee generale de la revolucion au 19me siecle

Gedanken:
- seine Antwort auf seine selbstgestellte Frage nach dem Eigentum ist: "Eigentum ist Diebstahl"
- er war der Meinung, dass jeder ueber die Ergebnisse der eigenen Arbeit frei verfuegen koennen muss.
- Proudhon vertraut nicht nur -wie Godwin-auf die Kraft der Vernunft.
- Seine Praemissen fuer eine freiwillge, herrschaftslose Ordnung sind:*Gegenseitigkeit in allen Beziehungen *Autonomie der Gemeinden und Provinzen * Foederationenn auf allen gesellschaftlichen udn "oeffentlichen" Ebenen * weitgehende Abschaffung des Erbrechts * Abschaffung von Gewalt
- In der herrschenden kapitalistischen Wirtschaftsordnung sah Proudhon generell Despostismus walten. Die Organisation der Produktion sei weniger das Problem als die Zirkulation und Distribution. Proudhon vertrat als Loesung der wirtschaftlichen Probleme einen Mutualismus ( System der Gegenseitigkeit als oekonomisches Prinzip) der Dienstleistungen und Kooperationen. Er befuerwortet eine dezentrale und foederative Gesellschaft von Kleineigentumern und Kleinproduzenten mit einem geregelten Tauschsystem. Wenn jeder Ware gegen Ware tauscht wird der Kapitalist ueberfluessig. Diese Gesellschaft basiert auf der Vertragsfreiwilligkeit der Individuen. Das Individuum integriert sich freiwillig oder auch nicht.
- Gerechtigkeit und Freiheit sind zentrale Begriffe bei ihm. Freiheit heisst nicht Bindungslosigkeit, sondern er sah den freiesten Menschen als denjenigen mit den meissten Verbindungen zu anderen Menschen

Weg zur Veraenderung:
- Stufenweise Vergesellschaftung durch Aufbau von dezentralen, foederal organisierten Gemeinschaften. Diese sind miteinander verwoben und entwickeln immer neue Formen von unabhaengigen Organisationen. Sie verankern sich sowohl in der Wirtschaft, in der Gemeinde, in der Provinz als auch im ueberregionalen Rahmen. Proudhon sieht das Zusammenwirken der vielfaeltigen und vielgestaltigen Gemeinschaften und Organisationen als Hauptvoraussetzung fuer die funktionierende Anarchie.
- Herrschaftlosigkeit kann durch Laeuterung, Aufklaerung und durch systematische individuelle Veraenderung erreicht warden. Das politische Leben muss mit dem privaten eins werden (Hallo Dietmar ;) )
- Er raeumt die Moeglichkeit ein, dass eventuell noch ein letztes Mal Kriege gefuehrt werden muessen; es eines letzten notwendigen gesellschaftlichen Zwangs Bedarf um die staatenlose Ordnung zu erreichen.
- Proudhon spricht von einer "Volksgerichtsbarkeit". Wer diese nicht anerkennt , soll auch nicht von ihr geschuetzt werden. (= Widerspruch zu seiner kompletten Ablehnung von Despotismus)


Max Stirner (eigentlich Johann Caspar) (1806-1856)

Zur Person:
- studierte Philosophie, Theologie und klassische Philologie u.a. bei Hegel
- wurde nicht in den staatlichen Schuldienst uebernommen, uebte private Lehrtaetigkeiten aus
- war allgemein eher knapp bei Kasse

Werke (u.a.):
- Der Einzige und sein Eigentum (1844)
(Nettlau schrieb ueber das Buch:" Dieses Buch ist das bekannteste und am leichtesten zugaengliche Buch des aelteren Anarchismus /./ Trotzdem warden wenige Buehcer so missvertstanden oder so verschiedenartig beurteilt wie dieses, und viele Leser bleiben bei eiem auf die Spitze getriebenen Individualismus oder Egoismsu stehen, den sie herauslesen woollen. Mit erscheint das Buch als ein viel revolutionaerer gedachtes, als es oft den Anschein hat /./"

Gedanken:
- Stirner sieht das Individuum selber als die maximale Autoritaet, er inthronisiert sich selber. Er sagt selber dazu: "Meine Sache ist weder das Goettliche noch das Menschliche ist nicht das Wahre, Gute, rechte, Freie usw., sondern alleine das Meinige, und sie ist keine allgemeine, sondern ist - einizig , wie ich einzig bin. Mit geht nichts ueber Mich."
- Mit anderen Individuuen will er kooperieren in Vereinen, Assoziatioen und Foederationen - ohne jede Verpflichtung- wenn es ihm dienlich ist.
- Eigentum sieht er als Ausdruck staatlicher Gewalt. Stirner ist der Meinung, dass solange die Armen/Besitzlosen nsich nicht empoeren und erheben, sie selber schuld an ihrer Situation sind. Er ist weiterhin der Ansicht dass jeder zu dem Eigentum berechtigt ist, zu dem er sich bemaechtigt. Mit derselben Konsequenz denkt er weiter " Ich aber bin durch Mich berechtigt zu morden, wenn ich Mirs selbst nicht verbiete, wenn ich selbst Mich nicht vorm Mode als vor einem Unrecht fuerchte." Stirner schrieb aber auch:" Soll ich etwa an der Person des anderen keine lebendige Teilnahme haben, soll seine Freude und sein Wohl mir nicht am Herzen liegen, soll der Genuss ,den ich ihm bereite, mir nicht ueber andere Genuesse gehen?/./ Und was mir ohne ihn das Teuerste waere, das kann ich fuer ihn in die Schanze schlagen, mein Leben, meine Wohlfahrt , meine Freiheit."
- Staat ist fuer ihn immer Despotie, egal ob Monarch oder Parlament
- Er erwaehnt nie das Wort Anarchie, haette sich auch selber nicht als Anarchist bezeichnet, sondern es als weitere Kategorie begriffen, welche dem Individuum mitunter seien Freiheit verwehrt.

Weg zur Veraenderung:
- Stirner entwicklete bewusst kein Konzept der Gesellschaftveraenderung_er hatte die Theorie der Selbstbefreiung. Indem das Individuum sich seinen Abhaengigkeiten, seinen eingeschliffenen Normen, seiner Unvollkommenheit, seinen Beziehungen stell, d.h. sich von ihnen emanzipiert, wird der Einzelne frei.
- Austritt der Einzelnen aus Verfassungen, Kirchen usw.


Michail Bakunin (1814-1876)

Zur Person:
- kommt aus altem russischen Adel
- nach Abruch der Offizierslaufbahen, Studium der Philosophie, verkehrte in Kreisen der Junghegelianer
- "Berufsrevolutionaer"-> 1848 in dreseden dabei, Prager Studentenaufsatnd 1848, Aufstand in Lyon1870, aufstand in Bologna 1874, etc.; mehrere Gefaengniss Aufenthalte und Zwischendurch auch mal zum Tode verurteilt, ab und zu Flucht und Exil
- 1864 Mitbegruender der I. Internationale, nach massiven Auseinadersetzungen mit Marx wird er 1872 ausgeschlossen

Werke:
- Die Reaktion in Deutschland (1842)
- Gottt und der Staat (1871)
- Staatlichkeit und Anarchie (1973)

Gedanken:
- Philosophie der Tat (wie an seinem Lebenslauf ja auch ablesbar ist ;) )
- Eine wichtige Praemisse bei Bakunin ist die Freiheit. Freiheit bedeutet aber in seinen Augen nicht "die Negation von Solidaritaet /./, sondern im Gegenteil ihr Produkt. Ohne Solidaritaet bliebe Solidaritaet ewig dumm/./, waehrend ohne Solidaritaet die freiheit nie existiert haette." Freiheit ist seiner Meinung nach zuerst eien Sache des Individuums und dann der Gesellschaft. Beide sind nicht voneinander loesbar.
- Die Vernunft nimmt bei Bakunin wie auch bei Proudhon einen hohen Stellenwert ein. Der Mensch ist vernunftbegabt und hat tief verwurzelte revolutionaere Instinkte. Allerdings war Bakunin auch der Meinung, dass es bei Initialzuendungen von Revolten und Revolutionnen , einer revolutionaeren- in der Regel geheimen- Organisation beduerfe. "unsichtbare Lenker inmitten des Sturms die das Volk fuehren." Diese elitaeren und quasie-zentralistischen Revolutionsorgane werden in dem Moment ueberfluessig "an welchem der Sieg ihrer /der anarchistischem Revolutionaere/Grundsaetze auf der ganzen Erde ihrer Existenzberechtigung ein ende machen." Es ist allerdings wichtig zu verstehen , dass es sich bei diesem Gremium nicht um einen Partei Apparat wie bei Marx handelt. Bakunin lehnt jede Ausbreitung der revolutionaeren Elite zu einer allumfassenden partei mit allmaechtiger Buerokratie und Terrorapparat ab.
- Die freie Gesellschaftsordnung, die scih nach der BEseitigung von Staat und KApitalismus etabliert, ist in Bakunins Vorstellung aehnlich der Proudhons.. Mit der Abschaffung des Staates warden auch alle den Staat stuetzenden Zwangseinrichtungen fallen: zentrael verwaltung, Staatspolizei, etc. Was an Ordnunsgfaktoren allerdings noch noetig ist, um das oeffentliche Leben zu gewaehrleisten, sollen Kommunen und freie Assoziationen uebernehmen.Diese -mit maximaler Autonomie ausgestatteten Zweckbuendnisse- foederieren sich immer weiter nach oben bis zur "Nation". Diese wiederum foederieren mit uebernationalen Foederationen.
- Bakunin warf Marx Staatskommunismus vor, den er als Staatssklaverei bezeichnet. Er sieht das beide das gleiche Ziel haben, aber er meint Marx will es unter der Negation von Freiheit erreichen. Bakunin selber wird als Vertreter des kommunistischen Anarchismus bezeichnet

Weg zur Veraenderung:
- Radikale Zerschlagung des Staates



Peter Kropotkin (1842-1921)

Zur Person:
- gehoerte dem russischen Hochadel an
- war Page von Zar Alexander II, diente im sibirischen Kosakenheer, spaeter ziviler Staatsdienst
- studierte Geographie und Mathematik
- auf Reise nach Europa Kontakt zu anarchsitischen Ideen, In Russland dann aufgund von anarchistischen Zirkeln inhaftierung, spaeter Flucht
- in Westeuropa Zeitschriftengruendung und rege anarchsitische Buch-und Zeitschriftenpublikationen

Werke (u.a.):
- Gegenseitige Hilfe in der Tier und Menschenwelt
- Die historische Rolle des Staates (1896)
- Die moderne Wissenschaft und die Anarchie (1902)

Gedanken:
- Kropotkin war wie Bakunin der Meinung, dass die Produktionsmittel Gemeineigentum und dezentralisiert sein sollten. In keiner Phase solle es dem Staat uebertragen werden.. Auch er wird dem sogenannten anarchistischen Kommunismus zugerechnet.
- Der Staat hat bei Kropotkin keine Daseinsberechtigung. Soziale Funktionen die in einer Uebergangsphase noch neben den Assoziationen existieren wuerden , sollten von "freien Kommmunen " uebernommen werden. Kropotkins Idee wird auch als "foederalistischer Kommunalismus" bezeichnet: Die in Freiheit foederierten Kommunen sind der Hebel zur notwendigen Restrukturierung der Gesellschaft.
- Kropotkin widemete sich auch naturwissenschaftlichen Untersuchungen und kritisierte Darwins Theorie. Im Gegensatz zu Darwin sah der die meschliche Triebkraft in der "Gegenseitigen Hilfe in der Tier und Menschenwelt". Er erkennt in Tier und Menschenwelt fast zu allen Zeiten (bis zur Schwelle des Industriezeitalters) Gegenseitigkeit, Solidaritaet und freiwilliges Zusammenwirken. In der zu seiner Zeit existierenden Zweckverbindungen konnte Kropotkin hingegen keien Freiwilligkeit mehr erkennen.
- Moralbegriffe sind fuer ihn nicht vorgegeben , sondern die Folge einer Entwicklung und dadurch auch staendigem Wandel unterworfen

Weg zur Veraenderung:
- Kropotkin forderte die Aufhebung der herrschenden strikten Arbeitsteilung, da sie die Intelligenz abstumpfe und die Gesundheit zerstoere.Ausserdem forderte er die Herabsetzung der Tages-und Lebensarbeitszeit. Er war fest der Meinung, dass eine dezentrale, kleinindustrielle und landwirtschaftliche Produktion das Ergebnis der Beseitung der Arbeitsteilung sein wuerde. Diese kleinen dezentralen Vereinigungen wuerden die regionalen, nationalen und internationalen kapitalistischen Verpflechtungen aufbrechen. Mehr Unabhaengigkeit, mehr Ueberschaubarkeit und mehr Selbstbestimmung waeren die Folge. Er befuerwortete die Wiederherrstellung von tauschaehnlichen Beziehungen, damit die Menschne wieder ein natuerliches Verhaeltnis zu den Produkten finden.


Leo N. Tolstoi (1828-1910)

Zur Person:
- stammt aus russischem Hochadel, schlug aber die Moeglichkeit einer Karriere am Zarenhofe aus
- er versuchte auf dem ererbten Familiengut soziale Reformen durchzusetzten (Eroeffnung einer Schule fuer die Kinder seiner Leibeigenen)

Werke (u.a.):
- weltbekannte Romane wie Ana Karenina
-
Gedanken:
- Tolstoi wird nicht unbedingt in die Reiek der anarchistischen TheortikerInnen eingereicht. Aber u.a. seine Ablehnung des Staates und seine kompromisslose Gewaltlosigkeit lassen ihn in diesen Rahmen gehoeren. "Wenn wir begriffen haben, das wir darum krank sind, weil die einen Menschen die anderen brutalisieren, so koennen wir nicht mehr der Lage der Gesllschaft dadurch zu bessern suchen, dass wir fortfahren, die Gewalttaetigkeit, die existiert, zu unterstuetzen, oder eine neue-eine revolutionaere sozialistische Gewalttaetigkeit einzufuehren."
- Im Staat sah Tolstoi das Grunduebel. Das organisierte Christentum machte er als Hauptstuetze des Staates. Die Betonung liegt dabei auf organisiert, weil er im Gegensatz zu Bakunin und Kropotkin in Gott nicht eiine versklavende Autoritaet sondern den Befreier sah.
- Tolstoi laesst die Menschen fragen:"Aber wie kann man ohen Regierung leben?" und laesst dann dieselben Menschen antworten:"Ohne Regierung wird ein Chaos." Tolstoi widerspricht indem er sagt: "Aber warum sollte amn das annehmen? Warum soll man glauben, dass Nichtregierungsmenschen es nicht verstehen wuerden, fuer sich selbst ihr Leben ebensogut einzurichten, wie es die Regierungsmenschen nicht fuer sich selbst, sondern auch noch fuer andere einrichten?" Desweiterene war er der Meinung, dass es sich bei der Ordnung um eine Scheinordnung handele. Die Regierungen wuerden naemlich den Raub (von Besitz und Land z.B.) und den Mord (z.B. durch Kriege und die Todesstrafe) legitimieren.

Weg zur Veränderung:

- Ablehnung der rein politischen Revolution. Er setzte vielmehr auf die Individuelle Revolution:*Selbstbelehrung *Selbstveraenderung *Selbstvervollkommung *konsequente Ablehnung jeglicher Gewalt und gleichzeitig die politishe Arbeit in Form von *Verweigerung


Gustav Landauer (1870-1919)

Zur Person:
- stammt aus religioesem juedischem Elternahus
- studierte Germanistik, Philosophie, Literaturwissenschaften und Kunstgeschichte
- 1892 wurde er wegen Majestaetsbeleidigung von allen preussischen Unis ausgeschlossen
- zuerst Mitherausgeber spaeter alleiniger Herausgeber des "Sozialist"
- hat viel zu Anarchie, Literatur und Philosophie geschrieben

Werke (u.a.):
- Aufruf zum Sozialismus (1911)

Gedanken:
- Sein Anarchismus ist vorrangig kulturell ausgerichtet, er orietiert sich an Genossenschaftsvorstellungen, Gemeinschaftssiedlungsbewegungen, an der Landreform- und Jugendbewegung. Aus all diesen Anregungen entwickelt Landauer seinen Spezifischen foederalistischen, kulturell-akzentuierten Anarchismus, den er meist "Sozialismus" nennt.
- Landauer setzt seinen Sozilismus-Anarchismus deutlich vom Marxismus ab, den er stark ablehnt (der wahre Sozialismus vs. Kapitalsozialismus) [auch in der Sprache setzt sich der expressiv-impulsive Sprach-und Schreibstil Landauers deutlich von der nuechternen Sprache vieler Marxisten ab.
- Im Mittelpunkt von landauers Sozialismus steht das "sozialistische Dorf". Hier soll Produktion udn Distribution durch eine eng verzahnte Landwirtschaft-Handwerk-Industrie-Kooperation gewaehrleistet sein. Er befuerworetet Proudhons Tauschbankkonzept ( hab nicht heruasgelesen was das genau sein soll )
- Einde von Landauers Thesen ist, dass die Form des Mittelalters nicht der Staat war, sondern die Gesellschaft, die Gesellschaft von Gesellschaften.
- Er wollte nicht den Klassenkampf, sondern die Aufhebung und die "Entproletarisierung"

Weg zur Veränderung:
- kann in Landauers Augen immer nur ein "werdender" sein, das Experiment ist nie abgeschlossen; der Sozialismus muss sich immer wieder neu erklaeren.
- Er lehnte die anarchistisch-terroristische "Propaganda der Tat" ab. Er war der Meinung, dass es um die kapitalistische Gesellschaft zu veraendern, nicht der Totung ihrer Repraesentanten beduerfe, sondern es darum gehe diese fuer sich zu gewinnen. Er sprach jedem Menschen die Faehigkeit der Veraenderung zu.
- "Es gibt keinen anderen Weg zum Sozialismus, als dass wir lernen und uebern, wofuer wir arbietn." " Vom Individuum beginnt alles ; und am Individuum liegt alles." Durch die Errichtung von sozialistischen Gemeinschaftsunternehmungen kann es zu eienr "Entstaatlichung" der Gesellschaft kommen. Dadurch wird der Staat immer ueberfluessiger: der Sozialismus soll aus der Gesellschaft dem Staat entgegenwachsen.

Emma Goldman (1869-1940)

Zur Person:
- Wurde im damals russ. Kowno geboren, wanderte mit 17 in die USA ein
- 1919 zusammen mit anderen russ.staemmigen Anarchisten in die Sowjetunion deportiert; prostierte dort oeffentlcih gegen die Verfolgung von Linkssozialisten, Anarchisten, etc.; verliess die Sowjetunion 1921

Werke:
- Das Individuum, die Gesellschaft und der Staat

Gedanken:
- Eine der wichtigsten VertreterInnen des amerikanischen Anachismus, setzte sich hauptsaechlich fuer Geburtenkontrolle, Frauenrechte, Freie Liebe und gegen Militarismus ein.
- Im Zentrum ihrer anarchistischen Auffassung steht die Emanzipation des Individuums und hier vorrangig der Frau.
- Sie vertrat keien rein pazifistische Position. Es gibt Momente in denen sie Gewalt fuer legitim haelt. Allerdings war sie auch der Ueberzeugung, dass sich das Ideal eer gewaltlosen freien Geseñlschaft nicht herbeibomben lasse.
- Einerseits sieht goldman die Autoritaet und die treibende Karft beim Individuum, andererseits appeliert ssie an Gemeinschaftsinitiative und ruft auf zum kollektiven Handeln, da der Staat nicht mit isolierten Einzelinitiativen abzuschaffen sei. Sie unterscheidet hierbei zwischen "Masse" und "Kollektiv". Erstere verhaelt sich indifferent und unterwirft sich, letztere handelt bewusst.
- Goldamns theretische Bedeutung liegt hauptsaechlich in ihrer Enttabuisierung der Sexualitaet und ihrer Aktualisierung des Feminismus. Sie sagt, dass " Religion und Moral das Druckmittel sidn um Menschen gefuegig zu halten." In Bezug auf die Beziehung Frau -Mann war sie der Meinung, dass auch die formale Gleichstellung beider Geschlechter das Herrschaftsproblem in ihren Beziehungen nicht ueberwinden wuerde. Erst wenn die Beduerfnisse gegenseitig anerkannt und toleriert werden; erst wenn jeweils die eigene Persoenlichkeit bewusst in dei Beziehung von Amnn udn Frau eingebracht wird, dann ist die Basis gegeben , auf der sich beide begegnen koennen.
- "Die Erklaerung fuer ein derart inkonsequentes Verhalten ( das sich viele emanzipeierte Frauen doch weider in eine Ehe fluechten) vieler fortschritlicher Frauen liegt darin begruendet, dass sie die Bedeutung der Emanzipation nie richtig erkannt haben. Sie dachten, dass das einzig Notwenidige die Befreiung von aeusseren Zwaengen sei, der innere Zwang /.../ wurde ausser Acht gelassen."
- Sie war der unerschuetterlichen" Meinung, dass der Anarchismus viel zu lebendig und verbunden mit der Natur des Menschen ist, als dass er aussterben koenne." ? ? ?

Weg zur Veränderung:
- Um sich von gesellschaftlichen Zwaengen zu befreien, muss man sich zuerst von der Gesellschaft abwenden und isolieren. Gerade in dieser Position kann die "Verderblichkeit" von Gesellschaft und Staat besser erkannt werden. Diese Erkenntnisse muessen dann als Art Aufklaerungsarbeit zurueck in die Gesellschaft getragen werden { so wie es Goldamn durch Vortraege und Schriften tat}


Rudolf Rocker (1873-1958)

Zur Person:
- stammt aus gutsituierter Steindruckerfamilie
- wuchs allerdings im Waisenhaus auf, nachdem seine Eltern frueh gestorben waren
- einer der fuehrenden Koepfe FAU

Werke (u.a.):
- Nationalismus und Kultur (1937)

Gedanken:
- Rocker ist der bekanntetse Vertreter des internationalen Anarchosyndikalismus
- Er setzte sich scharf vom Kommunismus ab und kritisierte ihn heftig ( er wolte die Amchtverhaeltnisse nicht verbessern, sondern "die AMcht an sich muesse verschwinden".
- Rocker war wie LAndauer der Meinung, dass im Verfallsprozess der mittelalterlichen Gesellschaftsstruktur privilegierte Minderheiten immer staerker den Grundsatz des gegenseitigen Asugleichs durch das Prinzip der Macht ersetzten.
- Er war der Meinung, dass die Religion des Staates in neuerer Zeit, der Nationalimus sei. Er wuerde eine gesellschaftliches Gesamtinteresse suggerieren, welches aber absolute unrealistisch sei.
- Er stellte sich die herrschaftlose Gesellschaft aufgefaechert in Interessenverbaende vor, die sich gegenseitig foerderieren und befruchten

Weg zur Veraenderung:
- Die geistige Einstellung der Menschen muss sich aendern. Dies kann durch praktische Erfahrungen erreicht warden, die bei einer politischen Dezentralisation, welche dem Staat mehr und mehr seine Funktionen entzieht, gemacht werden.
- Desweiteren war er der Meinung , dass es um die herrschende Klasse und ihren Staat zu entmachten, einer starken , aktionsfaehigen, unabhaengigen gewerkschaftlichen(anarchosyndikalistischen) Organisation beduerfe. Die Mitglieder fassen auf allen Ebenen autonome BEschluesse und fuehren Aktionen durch. Die Organisation ist foederalistisch aufgebaut und ohen dominierende Zentrale.